Preise nur noch minimal gefallen

von René Höltschi / 31.03.2015

Die Inflationsrate des Euroraums war im März mit –0,1 Prozent nur noch leicht negativ. Der Tiefpunkt ist offenbar überwunden. Ist damit das Anleihenkaufprogramm der EZB überflüssig?, fragt René Höltschi, NZZ-Korrespondent in Brüssel.

Im Euroraum sind die Preise den vierten Monat in Folge zurückgegangen, doch hat sich der Preisrückgang weiter abgeflacht: Laut einer am Dienstag veröffentlichten ersten Schätzung des EU-Statistikamts Eurostat betrug die jährliche Inflationsrate im März –0,1 Prozent. Im Februar hatte die an der Veränderung der Konsumentenpreise gegenüber dem Vorjahresmonat gemessene Kennzahl noch –0,3 Prozent betragen. Es scheint sich zu bestätigen, dass der Tiefpunkt mit –0,6 Prozent im Januar erreicht worden ist.

Nachwirkungen der Ölpreise

Hauptursache für die negative Inflationsrate bleiben die tiefen Energiepreise. Diese schrumpften im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,8 Prozent und damit etwas weniger stark als im Februar, als der Rückgang 7,9 Prozent betragen hatte. Auf ein Jahr betrachtet wirkt hier noch immer der – inzwischen zu Ende gekommene – starke Rückgang der Ölpreise nach.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine durchschnittliche Inflationsrate von „unter, aber nahe 2 Prozent“ an. Sie geht laut den jüngsten Projektionen ihrer Ökonomen davon aus, dass die Teuerung im Durchschnitt des laufenden Jahres bei null Prozent bleiben, aber gegen Ende des Jahres im Gefolge des wirtschaftlichen Aufschwungs, des schwachen Euro und der Erholung der Ölpreise zu steigen beginnen und 2015 einen Durchschnitt von 1,5 Prozent erreichen wird.

Niedrigere Arbeitslosenquote

Leicht verbessert hat sich auch die Lage am Arbeitsmarkt. Wie Eurostat separat mitteilte, ist die saisonbereinigte Arbeitslosenquote des Euroraums von 11,4 Prozent im Januar auf 11,3 Prozent im Februar gesunken. Dies ist die niedrigste Quote seit Mai 2012. In der ganzen EU sank sie im gleichen Zeitraum von 9,9 auf 9,8 Prozent.