Schuldenpoker mit Athen zieht sich hin

von René Höltschi / 31.03.2015

Ein Bericht von René Höltschi, NZZ-Korrespondent in Brüssel.

Die Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Geldgebern ziehen sich länger hin als zunächst erwartet. Es sei unwahrscheinlich geworden, dass die Finanzminister der Eurozone noch diese Woche zusammentreffen würden, um Hilfsgelder für Athen freizugeben, hieß es am Montag in Kreisen der EU-Kommission. Als die griechische Regierung letzte Woche die Einreichung einer Reformliste bis spätestens an diesem Montag angekündigt hatte, war noch die Rede von einer Sondersitzung der Euro-Gruppe unmittelbar vor Ostern.

Doch am Montag verhandelten Experten der „Institutionen“, also der EU-Kommission, der EZB und des IMF, mit Vertretern der griechischen Behörden noch immer über das Reformpaket, das die Voraussetzung für die Freigabe weiterer Gelder bildet. Insgesamt geht es um 7,2 Milliarden Euro. Die Gespräche haben am Freitagabend begonnen und kommen offenbar nur mühsam voran. Man verhandle in Brüssel und – auf technischer Ebene – in Athen, sagte der Chefsprecher der EU-Kommission am Montag. Ziel sei eine „glaubwürdige und umfassende“ Reformliste. Noch sei man nicht so weit. Die Eurogroup Working Group (EWG), die die Eurogruppen-Sitzungen vorbereitet, wird möglicherweise am Mittwoch an einer Telefonkonferenz eine Bestandsaufnahme vornehmen. Laut früheren Angaben braucht Athen noch im April dringend neue Hilfe.