Wahrscheinlichkeit des „Grexit“ steigt

von Bernhard Schinwald / 16.04.2015

Am Mittwoch zeigte sich der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble skeptisch, dass eine Einigung bei der Eurogruppe am Freitag nächster Woche zustande kommen wird: 

Griechenland muss einen Weg finden, wie es das Vertrauen an den Märkten zurückgewinnen und seine Wettbewerbsfähigkeit stärken kann.

Am 24. April trifft die Eurogruppe zu einer regulären Sitzung in Riga zusammen. Gemäß der Einigung zwischen Athen und den internationalen Geldgebern vom 20. Februar muss bis Ende April eine Einigung über die weiteren Reformen zur Fortsetzung der Hilfsprogramme bestehen. Zwischenzeitlich wurde die Situation zusätzlich durch die Finanznot der griechischen Regierung verschärft. Spätestens mit den IWF-Rückzahlungen im Mai und Juni dürften Athen ohne neue internationale Hilfen die Mittel endgültig ausgehen.

Die Financial Times berichtete am Donnerstagmorgen, dass die griechische Regierung bereits um eine Aufschiebung der IWF-Rückzahlungen angesucht habe. Ein Regierungssprecher hat den Bericht bereits dementiert. Eine Übung, die er mittlerweile gewohnt sein dürfte.

Die jüngsten Entwicklungen spiegeln sich auch auf den Finanzmärkten wider. Die Zinsen auf dreijährige Staatsanleihen stiegen am Donnerstag auf über 27 Prozent. Die Ausfallswahrscheinlichkeit innerhalb von fünf Jahren stieg auf 84 Prozent.

Selbst der englische Buchmacher William Hill hat am Donnerstag aufgehört, Wetten auf einen „Grexit“ anzunehmen. Der schlichte Grund: Die Wahrscheinlichkeit dafür ist zu hoch.

Um es mit den Worten des Kollegen Sustala zu sagen: