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Grafik des Tages

Was das regionale Pro-Kopf-BIP über die EU-Wirtschaft verrät

von Bernhard Schinwald / 01.03.2016

Die Illustration des regionalen Pro-Kopf-BIP verdeutlicht einige Aspekte der europäische Wirtschaft. Ein paar interessante Aspekte:

London, Luxemburg, London, Luxemburg. Die wirtschaftlich stärksten Regionen in der EU sind Inner London West, Luxemburg, Hamburg, die Brüsseler Hauptstadt-Region und Inner London East. Wien liegt auf Platz 17. Die stärksten Länder sind Luxemburg, Irland, die Niederlande und Österreich.

Der Nordwesten bleibt wirtschaftlich dominant. Sämtliche Mitglieder, die ab 2004 der EU beigetreten sind, sowie die südeuropäischen Länder liegen mit ihrem nationalen Durchschnittswert unter dem EU-Schnitt.

Ausreißer prägen die regionalen Unterschiede. Die Länge der Spanne zwischen stärkster und schwächster Region zeigt das Ausmaß der regionalen Unterschiede in der Wirtschaftsleistung innerhalb eines Landes. In den Ländern, in denen diese Spanne am größten ist, liegt das vor allem an einzelnen Ausreißern. In Tschechien, der Slowakei, Belgien und vor allem in Großbritannien sind das die starken Hauptstädte. In Frankreich sind es die ärmeren Übersee-Regionen, die in die entgegengesetzte Richtung ausschlagen.

Deutschland, nicht Italien. Das Land, das ohne ohne Ausreißer die beträchtlichsten Unterschiede aufweist, ist nicht Italien, das einem beim Stichwort „regionale Unterscheide“ zuerst in den Sinn kommt, sondern Deutschland. Grund dafür ist die ehemalige innerdeutsche Grenze zwischen West und Ost.

Arm, aber sexy. Mit Ausnahme Italiens und Deutschlands ist jede Hauptstadt auch jeweils die wirtschaftsstärkste Region des Landes. Berlin liegt sogar unter dem nationalen Durchschnitt.

Österreich-like. Sollten Sie sich wieder einmal fragen, welche Länder in der Wirtschaftsstärke und in den regionalen Unterschieden Österreich am ähnlichsten sind, habe ich vier Vorschläge: Dänemark, die Niederlande, Schweden und Irland.