Wie es um Griechenland und seine Banken finanziell steht

von Bernhard Schinwald / 13.02.2015

Wenn die Verhandlungen am Montag scheitern, könnte es für Griechenland und seine Banken schnell eng werden. 

Die Aussichten sind nicht gut für Griechenland. Kommt es am Montag zu keiner Einigung, wird das EFSF-Hilfsprogramm mit 28. Februar ersatzlos auslaufen. Die ausstehende Kredittranche von 1,8 Milliarden Euro würde nicht mehr ausgezahlt. Rund 10 Milliarden Euro aus dem Bankenrekapitalisierungsfonds, die bisher ungenutzt geblieben sind, würden in den EFSF zurückfließen.

Gleichzeitig werden weiterhin laufend Kreditrückzahlungen fällig. Der Brüsseler Thinktank Bruegel hat die Rückzahlungen des Jahres zusammengefasst.

Die Treasury Bills werden in erster Linie von griechischen Banken gehalten.
Die Treasury Bills werden in erster Linie von griechischen Banken gehalten.

Belastet wird der griechische Staatshaushalt aktuell auch von ausbleibenden Steuereinnahmen. Wie das griechische Finanzministerium am Donnerstag mitteilte, lagen die Steuereinnahmen im Jänner nur bei 3,49 Milliarden Euro und damit knapp eine Milliarde unter dem Einnahmeziel. In der politischen Ungewissheit im Vorfeld der Parlamentswahlen hätten viele Griechen schlicht aufgehört, ihre Steuer abzuführen.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor, der vor allem die Banken des Landes trifft, ist die Kapitalflucht. Alleine zwischen Ende Dezember 2014 und Ende Jänner 2015 – in jener Phase also, in der sich das Land auf die Wahl vorbereitete – stieg der Liquiditätsbedarf der vier größten Kreditinstitute um rund 10 Milliarden Euro.

Seit Mittwoch akzeptiert die Europäische Zentralbank keine griechischen Staatsanleihen mehr als Sicherheit für Kredite für griechische Banken. Ihr Liquiditätsbedarf wird stattdessen mit ELAEmergency Lending Assistance-Notkrediten gedeckt. Diese Kredite werden von der griechischen Notenbank gewährt. Das Gesamtvolumen für ELA-Kredite bestimmt aber weiterhin die EZB.

Bereits am Donnerstag musste die EZB das Limit für ELA-Kredite um weitere 5 Milliarden Euro heben. Wird am Montag kein Kompromiss gefunden, droht ein weiterer massiver Kapitalabzug und ein Einlagenabzug der griechischen Sparer. Der Kollaps der griechischen Banken wäre dann kaum mehr aufzuhalten.