Zwei Finanzminister auf Reisen

von Bernhard Schinwald / 07.05.2015

Yanis Varoufakis und Jeroen Dijsselbloem haben nicht viel gemeinsam – außer, dass beide Finanzminister eines Eurozonen-Mitglieds sind und als solche dieser Tage durch Europa reisen. Aber bereits in den Reisemotiven unterscheiden sich die beiden wieder.

Der eine, Jeroen Dijsselbloem, sorgt sich wohl vor allem um seine eigene Zukunft im Amt des Chefs der Eurogruppe. Das hat er nämlich nur mehr bis Juli, würde es gerne behalten, hat aber mit seinem spanischen Kollegen Luis De Guindos einen ernsthaften Konkurrenten. Für den Amtserhalt muss er vor allem den deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble gewinnen, dessen Chefin, Angela Merkel, bereits dem Spanier ihren Segen erteilt hat. Bei der Eurogruppen-Sitzung am kommenden Montag (11.5.) könnte bereits die Vorentscheidung für die Wahl fallen.

Der Andere, Yanis Varoufakis, sorgt sich vielleicht auch um sein Amt, wohl (oder hoffentlich) aber mehr um die Zukunft seines Landes in der Währungsunion. Die laufenden Verhandlungen in Brüssel sollen nach Möglichkeit bis zur Eurogruppen-Sitzung am kommenden Montag (11.5.) so weit gedeihen, dass eine Einigung zwischen Athen und den Geldgebern im Kreise der Finanzminister abgesegnet werden kann. Darum gilt es, vorzufühlen – in Paris, in Rom und auch in Madrid, wo er sich möglicherweise bereits mit dem nächsten Eurogruppen-Chef gutstellen will.

Wie auch immer: Die Eurogruppen-Sitzung am kommenden Montag verspricht, spannend zu werden – und zwar für beide. Das haben sie dann doch wieder gemeinsam.