Deutschland will raus aus der rechtlichen Grauzone

von Yvonne Widler / 05.06.2015

Die Sterbehilfe in Deutschland soll noch in diesem Jahr neu geregelt werden. Die Frage, was erlaubt werden soll und was nicht, wird – wie auch in Österreich – heftig debattiert.

Fast 200 deutsche Ärzte haben kürzlich in einem offenen Brief eine klare Regelung zum ärztlich begleiteten Suizid von der Bundesärztekammer gefordert. Der Präsident der Kammer, Frank Ulrich Montgomery, lehnt Sterbehilfe kategorisch ab. Dass ein Arzt Sterbehilfe leistet, sei nicht mit dem Berufsethos vereinbar. Dazu muss man wissen: Ärzte in Deutschland handeln bisher in einer rechtlichen Grauzone. Der Ruf nach dementsprechenden Gesetzen wird immer lauter.

Während Karl Lauterbach (SPD) und Peter Hintze (CDU) fordern, dass Sterbehilfe für Ärzte unter bestimmten Bedingungen erlaubt sein soll, geht Renate Künast von den Grünen noch weiter: Beihilfe zum Suizid soll neben Ärzten auch gemeinnützigen Organisationen erlaubt sein. So ist das beispielsweise in der Schweiz, wo Vereine wie Exit oder Dignitas dazu berechtigt sind. Anders wiederum sieht das Gesundheitsminister Hermann Gröhe, der ein Verbot organisierter Sterbehilfe plant und lieber auf einen Ausbau von Hospiz- und Palliativversorgung setzen will.

Die ARD zeigte vor kurzem diese Diskussionsrunde zum Thema. 

Auch in Österreich wird schon länger über Sterbehilfe diskutiert, bis die Bioethikkommission des Bundeskanzlers schließlich am 12. Februar dieses Jahres ihre Empfehlung abgegeben hat, welche allerdings noch keine Reaktion des Bundeskanzlers hervorgerufen hat. Die Mehrheit der Kommission hat sich dafür ausgesprochen, dass Beihilfe zum Suizid unter bestimmten Umständen straffrei gestellt werden sollte. Auch einig war man sich bei der Notwendigkeit vom Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung. Lesen Sie hier und in den Folgeartikeln alles zur Debatte in Österreich.