Der Staat und Ich

„Ihr müsst euch jetzt verabschieden“

von Yvonne Widler / 20.10.2015

Eine junge Frau klopft an die Türe des alten Landhauses. Ihre Miene ist wie versteinert. An der Hand hält sie ein dreijähriges blondes Mädchen, das ihr wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Die Tür geht auf und die Frau übergibt das Kind. Das war das letzte Mal, dass Anna ihre leibliche Mutter gesehen hat. Ihre Kindheit hat sie im Heim verbracht. Es sollten die schlimmsten Jahre in ihrem Leben werden.

Anna ist heute 31. Schlank, Sommersprossen, blaue Augen. Aus ihr ist eine attraktive Frau geworden. Sie lebt schon sehr lange in Wien, aber den Kärntner Dialekt ihrer Kindheit hat sie immer noch. An ihre ersten Lebensjahre in Feldkirchen kann Anna sich kaum erinnern. „Meine Mutter war psychisch krank. Eines Tages hat sie mich dann endgültig abgeliefert bei der Urgroßmutter. Sie ist gegangen und nicht mehr gekommen.“ An der Dreijährigen stellte man Anzeichen von Verwahrlosung fest. Sie ist kaum gewickelt worden, hatte Brandwunden am Körper. Von ausgedämpften Zigaretten. „Meine Mutter war überfordert mit der Situation und dachte, Papa und die Uroma machen das schon“, sagt Anna heute.

Die Urgroßmutter war damals schon zu alt, um die offizielle Obhut für sie zu übernehmen. Anna wurde schließlich nach Wien gebracht, wo ihr Vater und seine schwangere Lebensgefährtin gerade eine Wohnung bezogen haben.

Ein neues Zuhause

Eine Dreizimmerwohnung im 15. Bezirk in Wien ist ab nun ihr neues Zuhause. Paul, der Vater, ist selten präsent. Tagsüber arbeitet er viel und kommt spät nach Hause, wohl auch beabsichtigt, vermutet Anna heute. Daniela, Annas „Stiefmutter“, bringt bald einen Jungen zur Welt. „Damit hat es angefangen“, sagt Anna und setzt mit einem Satz fort, den sie schon einmal gesagt hat: „Sie war überfordert.“

Zwei kleine Kinder, der Partner nie zu Hause. Zwei Jahre lang leben die vier zusammen. Anna hat wenig schöne Erinnerungen an diese Zeit. „Ich habe Angst vor Daniela gehabt. Aber ich habe sie als Mutter akzeptiert, habe auch Mama zu ihr gesagt. Sie war ja immerhin da für mich. Und zu Weihnachten haben mein Bruder und ich immer gleich viele Geschenke bekommen“, sagt Anna und lacht.

Einmal ist Daniela mit dem kleinen Bruder einkaufen gegangen. Sie hat sich und das Baby angezogen, Anna war alleine im Kinderzimmer. Sie wollte mitgehen, doch als sie ins Vorzimmer kommt, ist die Türe zu, und die beiden sind schon weg. Daniela hat nicht auf Anna gewartet. „Ich bin dann in die Küche und hab mit einem kleinen Löffel Benco-Kakao genascht. Ich hab den Löffel wieder gewaschen und alles zurückgestellt, sodass man nichts bemerkt.“ Daniela hat es dennoch bemerkt. „Ich hab dann mit einem Holzkochlöffel Schläge bekommen, bis er abgebrochen ist. Ich konnte gefühlte zwei Wochen nicht sitzen.“

27 Jahre später wird Anna sagen, dass Daniela auch eine sehr schwierige Kindheit hatte und sie ihr verziehen hat.

„Ich wusste nicht, was passiert“

Als Anna an diesem Morgen von Daniela geweckt wird, weiß sie nicht, dass dies der schlimmste Tag in ihrem bisher sechsjährigen Leben sein sollte. Daniela läuft schon die ganze Zeit hektisch durch die Wohnung und packt eine Tasche zusammen.

Daniela spricht an diesem Tag kaum etwas mit Anna. Als sie alles fertig gepackt hat, nimmt sie die Kleine an der Hand. „Wir sind in den 10A eingestiegen. Ich wusste, irgendetwas stimmt nicht, hab sie die ganze Zeit gefragt, wo wir hinfahren. Heute glaube ich, dass sie es einfach nicht über die Lippen gebracht hat.“ Die beiden sitzen im Bus. Daniela ist stumm. Die kleine Anna spürt, dass gleich etwas passieren wird. Etwas, was sie lange Zeit nicht verstehen wird. Der Bus hält vor einem riesigen Gebäude, davor ein großes Eisentor. Sie gehen den Weg bis zum Portier, der sie in den zweiten Stock schickt. Daniela läutet dort an einer Türe. Ein Mann öffnet, er hat die beiden schon erwartet. Er bittet sie in die Wohnung. Anna erinnert sich an einen sehr langen Vorraum, auf der rechten Seite reihen sich Glasvitrinen aneinander, die mit kleinen Figuren gefüllt sind. Weiter hinten ist das Wohnzimmer, von dem drei Türen in verschiedene Schlafräume führen. Sie setzen sich an den Esstisch. Der Mann spricht mit Daniela. „Ich bin daneben gesessen und habe nichts verstanden. Gar nichts. Ich habe aber gewusst, um was es geht. Ich habe ab dem Moment, wo ich dieses Haus gesehen habe, gewusst, dass ich bleiben muss.“

Die heutige Villa Hohe Warte

Als der Mann und Daniela das Gespräch beendet haben, sieht er Anna an und sagt diesen Satz, den sie nie wieder vergessen wird. „Ihr müsst euch jetzt verabschieden.“

„Ich habe sie ganz fest umklammert“

Anna blickt Daniela an und bricht in Tränen aus. „Ich habe einen hysterischen Anfall bekommen. Geplärrt. Gebettelt. Ich habe ihr alles Mögliche versprochen. Dass ich immer brav sein werde. Dass ich alles zusammenräumen werde. Ich habe sie ganz fest umklammert.“ Doch Daniela bleibt hart. Drückt Anna von ihr weg und geht. Anna hat viele Jahre später mit Daniela über diesen Moment geredet. Die beiden waren sich einig, dass Daniela sich nicht verabschiedet hat. „Heute weiß ich natürlich warum. Aber damals war das furchtbar.“

Als sie in ihr neues Zimmer geführt wird, stellt sie sich ans Fenster. „Ich habe Daniela nachgeschaut, wie sie diesen Weg runtergeht, in den Bus einsteigt und wegfährt. Dann hab ich mich auf mein Bett gesetzt und stundenlang geweint. Irgendwann ist ein Erzieher gekommen und hat gesagt, es gibt Abendessen.“

In Annas Gruppe sind insgesamt zehn Kinder. Eine gemischte Gruppe, die in dieser Wohnung im Kinderheim der Stadt Wien auf der Hohen Warte lebt. Sieben Jungs und drei Mädchen. Anna ist mit Abstand das jüngste Kind mit sechs Jahren. Sie isst kaum. Es fordert sie auch niemand auf, das zu tun.

Fünf lange Jahre

Kurz darauf trennen sich Paul und Daniela. Anfangs holt Paul die Kleine jedes Wochenende zu sich, bis er eine neue Frau kennenlernt, dann nur noch jedes zweite Wochenende. „Ich hab mich immer so gefreut darauf, habe jedes Mal meine gesamten Sachen gepackt.“

Insgesamt fünf Jahre verbringt Anna in dem Kinderheim. Heute sagt sie, dass es die furchtbarste Zeit in ihrem Leben war. Heute weiß sie auch, wie es überhaupt dazu gekommen ist. Daniela hat damals eine Selbstanzeige beim Jugendamt gemacht. Sie hat angegeben, dass ihr die Situation über den Kopf wächst und sie das Mädchen schlägt. In einem Untersuchungsprotokoll heißt es:

Es ergibt sich das Bild eines durch frühe Deprivationserlebnisse emotional vernachlässigten Kindes, das versucht, den Mangel an Zuwendung, Schutz und Geborgenheit durch intensive und fordernde Kontaktaufnahme seinerseits abzudecken. Dieser psychische Mechanismus bedingt ihr auffälliges Verhaltensinventar, das durch starke Unruhe und Getriebenheit gekennzeichnet ist. Die Betreuung eines solchen Kindes erfordert ein erhöhtes pädagogisches Verständnis wie auch viel Ausgeglichenheit und Toleranz seitens seiner Bezugsperson. Dieses ist aufgrund der schwierigen Situation, in der der Kindesvater und seine Lebensgefährtin leben, nicht gegeben. Beide bezeichnen sich selbst als psychisch eher labil und nicht imstande, ein entsprechendes Erziehungskonzept umzusetzen.

Zumindest die Zeit in der Volksschule war eine Gute, sagt Anna. Sie hat in diesen Jahren oft daran gedacht, nicht zurück ins Heim zu fahren, wusste aber um die Strafe, die dann folgen würde, weil sie es oft gesehen hat. „Diese Kinder wurden von der Polizei zurückgebracht und mussten dann auf dem Küchenboden schlafen oder haben nichts zu essen bekommen.“

Anna war in der Schule ein auffälliges Kind. Im Heim war sie schüchtern. „Die Lehrerin hat wirklich ihr Bestes getan. Sie war sehr liebevoll. Ich habe mich Jahre später mit ihr getroffen. Sie hat gesagt, es hätte locker zum Gymnasium gereicht. Ich war kein dummes Kind. Aber die Umstände waren einfach so katastrophal, dass ich die Schulzeit dazu genutzt habe, um Kind zu sein.“

Beim Fenster herein

Denn im Heim war Anna vieles, nur kein Kind. „Es gab da diesen 14-jährigen Jungen in meiner Gruppe. Der hatte es sehr bald auf mich abgesehen.“ Begonnen hat er mit Sticheleien. Er hat die damals Sechsjährige absichtlich zum Weinen gebracht. „Meine Urgroßmutter hat mich so oft es ging besucht, mir Naschsachen und Stofftiere gebracht. Er hat meine Teddybären aufgeschlitzt und mir die Süßigkeiten gestohlen.“ Plötzlich steht er nachts vor ihrem Bett. Er zwingt sie, sie sich auszuziehen und schließlich zum Geschlechtsverkehr. „Ich habe überhaupt nicht verstanden, was da passiert. Ich war ja noch so klein.“ Tagsüber muss Anna ihn bedienen, ihm Saft holen, wenn er durstig ist. „Er hat mich wie eine Sklavin gehalten. Mitbekommen hat das sicher jemand, auch von den anderen Kindern. Aber es beschützt dich da einfach keiner.“

Der Junge zwingt Anna nun regelmäßig zum Sex. Fast fünf Jahre lang. „Die Erzieher waren charakterlich sehr unterschiedlich. Eine hat sich in der Nacht selbst in ihrem Zimmer eingesperrt, von der haben wir bis in die Früh nichts gehört. Immer wenn sie Dienst hatte, ist er nachts zu Anna gekommen. „Das Schlimmste für mich war, wenn diese Erzieherin zwei Nächte hintereinander da war.“ Anna hat sich nie getraut, etwas zu sagen. „Vergiss das nie, du bist schuld. Ich werde sagen, dass du schuld bist“, hat er ihr gedroht. Einmal erwischt eine Erzieherin den Jungen, als er Anna gerade zwingt, ihr Nachthemd auszuziehen. Daraufhin wird er rausgeschickt und Annas Zimmertüre zugesperrt. Mehr passiert nicht.

Etwa 20 Jahre später sitzt Anna neben einer Mitarbeiterin von der Opferhilfe-Organisation „Weißer Ring“. Sie blättern den verdächtig dünnen Heim-Akt durch. Die Frau ist schockiert. Erstens müsse es nach einem fünfjährigen Aufenthalt weit mehr Unterlagen geben als gerade einmal zehn Seiten. Zweitens gebe es eindeutige Hinweise auf die sexuellen Übergriffe.

Alleine zur Zeugnisverteilung

Nach fünf Jahren im städtischen Heim kommt der Tag, auf den Anna so lange gewartet hat. „Papa hat mich abgeholt. Für immer.“ Sie hat ihn über die Jahre hinweg ständig angefleht, sie da rauszuholen, aber nie gesagt, was vorgefallen ist.

Es ist der letzte Schultag. „Ich hatte einen türkisfarbenen Rock mit weißen Punkten an. Ich war sehr hübsch.“ Zur Zeugnisverteilung ist niemand von Annas Familie da. Die Volksschullehrerin drückt ihr das Dokument in die Hand, und dann läuft Anna auch schon los. „Ich bin vor der Türe auf meinen gepackten Koffern gesessen und habe gewartet, bis mein Papa die Stufen raufkommt.“

Paul trug an diesem Tag einen langen schwarzen Mantel und schöne schwarze Lederschuhe, das weiß Anna noch. „Er hat immer so gut gerochen.“ Als sie am Heimweg in die Wohnung im 15. Bezirk sind, sagt er zu der mittlerweile Elfjährigen, sie müsse nun eine Wahl treffen. Internat in Wien oder Internat in Kärnten. „Ich geh zur Uroma“, entscheidet sie sich. „Meine Urgroßmutter war einfach alles für mich. Ich wollte keine Minute länger in Wien bleiben.“

Es folgen die Teenager-Jahre in Kärnten. Vier Jahre Hauptschule und ein Jahr Sozialschule. „Da fing es an, dass ich wütend und traurig wurde. Ich fing an zu realisieren, was da eigentlich alles passiert ist.“ Sie beginnt zu rebellieren und fällt im letzten Jahr durch.

Zurück nach Wien

Mit 17 zieht Anna wieder zu ihrem Vater Paul nach Wien. Sie wohnen zu zweit. Eine „schräge” Zeit, wie sie selbst sagt. „Ich durfte am ersten Wochenende bis ein Uhr weggehen, habe dann aber die ganze Nacht durchgemacht. Papa hat mich schlafen lassen und mir am nächsten Tag zwei Monate Hausarrest gegeben. Dann habe ich ihm unter Tränen von den sexuellen Übergriffen erzählt.“ Wenn sie heute darüber spricht, lacht sie. „Er war schockiert, aber Hausarrest hab ich trotzdem bekommen.“

Paul hat nun keinen regelmäßigen Job mehr. Kann Anna nicht mehr durchfinanzieren. Sie sucht sich eine Lehrstelle, nach einem halben Jahr bricht sie ab. „Meine Kindheit ist mir dazwischengekommen. Das ist ein Geruch, eine Situation, die dich an die schlimme Zeit erinnert, und du bist plötzlich auf Tausend.“

In den darauffolgenden Jahren besucht sie regelmäßig eine Therapeutin, beginnt mit der Maturaschule, arbeitet stundenweise als Kinderbetreuerin, will Kindergartenhelferin werden, führt ihre erste Beziehung. Sie versucht, sich zu finden. Oder etwas zu finden, was zu ihr passt. Doch nichts klappt. Mit 18 hat sie ihren ersten Termin beim AMS. „Zuerst wollen sie dich als Lehrabbrecherin wieder zu einer Lehre führen, durch Kurse. Da habe ich auch einige gemacht. Ich wollte nicht als Verkäuferin arbeiten, aber es gab von meinen Betreuern aus immer nur diese Option.“

Am Tiefpunkt

Annas psychischer Zustand wird schlimmer. Mit 23 ist der Tiefpunkt erreicht. Sie erlebt eine Trennung, von der sie sich nicht erholt. Ein Verlassenwerden, das sie nicht verkraftet. „Ich habe einen Freund angerufen und um Kokain gebeten. Ich hab mir aber vorher Schlaftabletten reingezischt. Zum Glück ist mir nichts geschehen.“

Zu diesem Zeitpunkt hat sie schon lange keine Briefe mehr geöffnet, Schuldenberge haben sich angehäuft. Ihr Vater droht mit Entmündigung. „Daniela hat mir damals geholfen, eine Lösung zu finden.“ Die beiden Frauen haben den Kontakt zueinander nie verloren und sich über die Jahre hinweg ausgesprochen und versöhnt. Mit Danielas Hilfe startet sie eine dreimonatige Intensiv-Therapie in einer Klinik in Ybbs, die Kosten wurden vom Staat übernommen. „Natürlich sind Papa und Daniela dafür verantwortlich, dass die Situation so weit gekommen ist, aber im gleichen Atemzug muss ich sagen, wenn die beiden nicht so dahinter gewesen wären, dass ich die Therapie mache, würde ich heute nicht mehr leben.“

Ein besseres Leben

Anna selbst sagt, sie ist „irgendwie vom Staat erzogen“ worden. Ob er das gut gemacht hat? „So und so“, lächelt sie. „Mir wurden viele Steine in den Weg gelegt. Für Dinge, für die ich nichts konnte. Andererseits, wie soll man das Beste aus jemandem rausholen, der selbst nicht weiß, was das Beste an ihm ist.“ Eine AMS-Betreuerin hatte einen sehr guten Draht zu Anna. Sie kannte ihre Geschichte und hat sich sehr engagiert, um ihr eine Goldschmied-Ausbildung um 8.000 Euro zu ermöglichen. Die hat sie fast fertig. Sie hat sich nun für das Selbstständigen-Programm des AMS beworben. „Ich denke, das ist das Richtige für mich.“ Heute bezieht sie immer noch Notstandshilfe und zusätzlich etwas Geld vom Sozialamt. Insgesamt knapp 800 Euro. „Damit komme ich halbwegs über die Runden.“

20.000 im Sinne der Gerechtigkeit

Als im Jahr 2011 die Missbrauchsfälle in diversen Kinderheimen publik werden, meldet sich Anna bei der Opferhilfeorganisation Weißer Ring, die Entschädigungszahlungen angekündigt hat. Anna bekommt 20.000 Euro. Ein Betrag, der für Gerechtigkeit sorgen sollte. Für unterlassene Aufsichtspflichten – und die katastrophalen Folgen. „Das war für mich natürlich sehr viel Geld und dringend nötig. Ich hatte viele Schulden zu bezahlen.“ Das Einzige, was sie sich gekauft hat, war eine Strickmaschine um 300 Euro.

Eine einzige schöne Erinnerung

Heute kehrt sie das erste Mal wieder zurück zum Kinderheim auf der Hohen Warte. Das Eisentor ist mittlerweile verrostet. Anna zeigt zu dem Fenster, an dem sie als Kind immer gestanden hat. „Mit acht Jahren habe ich versucht, mich umzubringen. Ich hab eine Rasierklinge erwischt, wusste aber nicht, wie das geht. Die Wunde wurde genäht.“ Sie zieht den Ärmel hoch und zeigt eine Narbe auf dem linken Unterarm. Doch diese Verletzung ist nichts gegen die inneren Narben, die der Frau als Kind zugefügt wurden.

Als sie so vor dem Heim steht, fällt ihr auch eine schöne Erinnerung an ihre Zeit hier ein. „Einmal kam Thomas Klestil zu uns. Am 26. Oktober zum Nationalfeiertag. Da musste ich ein Gedicht aufsagen. Er hat mir danach die Hand geschüttelt und 200 Schilling gegeben.“

Der Bundespräsident, der dem kleinen Mädchen die Hand drückt, schafft es zumindest für diesen kurzen Moment, dass sie sich als etwas Besonderes fühlt.