90.000 Gehaltserhöhungen bei McDonald’s als Zeichen einer Trendwende

von Lukas Sustala / 02.04.2015

Die EZB rüttelt an der Risikolosigkeit von Staatsanleihen. McDonald’s zahlt seinen Mitarbeitern mehr und könnte damit eine Trendwende auslösen. Und die Grammatik der Muttersprache bestimmt vielleicht, wie viel Geld man auf die Seite legt. Ein Walkthrough im Phänomen Geld.

I’m loving it? Die Burgerkette McDonald’s wird auf dem großen US-Heimmarkt die Löhne ihrer Mitarbeiter um einen Dollar pro Stunde über den Mindestlohn heben. Das betrifft die 90.000 Mitarbeiter in den eigenen Filialen, nicht aber jene, die für Franchise-Unternehmer arbeiten. McDonald’s folgt anderen Unternehmen wie Walmart nach, die bereits die Löhne ihrer Arbeiter angehoben haben. So mancher Ökonom oder gar Investor erhofft sich von diesen ersten Schritten eine Trendwende.

Die Gewinne der US-Unternehmen sind in den letzten Jahren in schwindelerregende Höhen gestiegen, gerade dank höherer Margen, nicht aber höherer Umsätze. US-Unternehmen haben vor allem dank Kostensenkungen mehr Geld verdient. Steigende Löhne könnten die Gewinne zwar kurzfristig wieder absinken lassen. Aber zugleich wären die Geschäfte dank steigender Umsätze nachhaltig gesichert:

Peak Profits?
Peak Profits?

Wird Abenomics funktionieren? IWF-Ökonomen haben ein Buch verfasst, das sich mit dem möglichen Erfolg von Abenomics beschäftigt, der geldpolitischen Schocktherapie, die Japans Ministerpräsident Shinzo Abe seinem Land verordnet hat. Die Ergebnisse waren zuletzt eher bescheiden, aber die Volkswirte des IWF sind überzeugt: Abenomics kann funktionieren. Allein, am wichtigsten Problem für Japan, der schrumpfenden Arbeitsbevölkerung, kann die Geldpolitik wohl nichts ändern.

Rembrandt statt Rendite. Der Kunstmarkt lockt seit Jahren immer mehr Investoren an und 2014 sind nach neuen Daten der European Fine Art Foundation 51 Milliarden Euro in Kunst investiert worden, das ist ein neues Rekordhoch. Doch die Risiken sind hoch, wie nicht nur der deutsche Skandal um den Kunstberater Helge Achenbach zeigt. In einer Krise aus dem Markt auszusteigen, bleibt eine echte Herausforderung. Rembrandts lassen sich weniger gut auf den Markt werfen als IBM-Aktien.

Nichts ist mehr sicher. Die Europäische Zentralbank will daran rütteln, dass Staatsanleihen für Banken ohne Limit als Null-Risiko-Geschäft in den Büchern stehen. Die Eigenkapitalvorschriften von Basel III sehen vor, dass Banken für Staatsanleihen kein Eigenkapital hinterlegen müssen. Danièle Nouy, oberste Bankenaufseherin bei der Europäischen Zentralbank, will aber Kreditgrenzen für Staatsanleihen einziehen. „Für Staatsanleihen sollten Großkreditgrenzen gelten, so wie für jeden anderen Kredit auch“, ist ihre Meinung. Da könnte man fast fragen: Warum hat das so lange gedauert?

Athen hält Europa in Atem. 26 Seiten Reformvorschläge hat Griechenland vorgelegt und die Eurogruppe sowie die Finanzmärkte werden sie prüfen. In einer ersten Einschätzung haben etwa die Ökonomen von Barclays einen positiven Schluss gezogen:

The document represents a clear step in the right direction because it includes several of the European demands.

Frauen betreten die Venture-Bühne. Die New York Times hat sich die Venture-Capital-Szene unter dem Gender-Aspekt angesehen, zuletzt etwa haben Investorinnen ein neues Angel-Netzwerk gegründet.

Geld und Grammatik. Die Muttersprache entscheidet über das Sparverhalten, schreibt die Welt heute, und bezieht sich dabei etwa auf diese Studie.