Äpfel mit Banken vergleichen: Der Unterschied liegt im Gewinn

von Lukas Sustala / 28.04.2015

Apple macht extrem gute Geschäfte, die Investoren können sich über 200 Milliarden Dollar freuen. Enttäuschung gibt es hingegen bei der Deutschen Bank. Außerdem: Parallelen zwischen Kärnten und Griechenland. Und die Superreichen suchen sich neue Statussymbole. Ein Walkthrough im Phänomen Geld.

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Yanis Varoufakis schwindet, die Märkte jubeln. Der streitbare Finanzminister Yanis Varoufakis wird künftig die griechischen Verhandlungen mit den Geldgebern nicht mehr leiten. Damit soll die zuletzt deutlich aufgeheizte Stimmung wieder entschärft werden (NZZ.at). Man kann daher fast schon sagen: „Auf Wiedersehen, Yanis“ (Zeit). Die Märkte jedenfalls reagieren geradezu euphorisch auf die Zurechtweisung von Varoufakis: Die Anleihenzinsen für Griechenland sind gefallen, die Aktienkurse gestiegen (Guardian). Ob diese Freude verfrüht ist, wird sich noch weisen. Alexis Tsipras droht angesichts des anhaltenden Streits mit den griechischen Geldgebern um die notwendigen Reformen ein Referendum über die möglichen Einsparungen an. Mit Referenden inmitten von Schuldenverhandlungen hat Griechenland nicht gerade gute Erfahrungen gemacht.

Schuldenberge, in Griechenland und Kärnten. Hohe Schulden, Verhandlungen mit Geldgebern und das Mantra „Kein Geld ohne Gegenleistung“. Was Kärnten und Griechenland derzeit verbindet und trennt, hören Sie in unserem Podcast (NZZ.at). Eine Einigung auf eine Finanzierung des Bundeslandes über die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur steht noch aus, es hakt noch – etwa bei möglichen Reformen als Gegenleistung. Auch das klingt altbekannt.

Die Heta wird nicht besser. Die heimische Bad Bank Heta hat einen neuen Chef: Sebastian Prinz von Schönaich-Carolath. Der deutsche Banker will die Vermögenswerte der Heta binnen drei bis fünf Jahren verkaufen: „Assets werden nicht besser, wenn man sie lange liegen lässt.“ (Der Standard)

Eine Gelddruckerei, designed in California. Der Elektronikkonzern Apple hat am Montagabend Zahlen vorgelegt (Apple). Und diese waren mehr als nur gut. 33 Prozent mehr Gewinn bei dem bereits profitabelsten Unternehmen der Welt hat die Investoren durchaus beeindruckt. Mehr noch: Das Unternehmen wird seinen Investoren bis März 2017 rund 200 Milliarden Dollar in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen zurückgeben. Viele Charts gibt es hier (qz). Sie alle zeigen ein Unternehmen, das voll auf Wachstum programmiert ist.

Die Deutsche Bank enttäuscht die Investoren. 3,5 Milliarden Euro will Deutschlands größtes Geldhaus sparen (NZZ.at). Dass der Gürtel enger geschnallt werden soll, war aber bereits zuvor bekannt. Die Investoren scheinen aber unsicher zu sein, wie das Management denn die höher gesteckten Ertragsziele erreichen will, zumindest legt das der deutlich gefallene Aktienkurs am Montag (–4 Prozent) nahe. Nach wie vor handelt die Deutsche Bank mit einem Misstrauensabschlag zum eigenen Buchwert:

Chinas Boom bekommt neue Nahrung. Fusionsgerüchte bei den größten Staatskonzernen treiben einen ohnedies heißen Markt weiter an (NZZ.at).

Ein Machtkampf um VW ist noch nicht vom Tisch. Ferdinand Piëch hat noch so manchen Trumpf in der Hand (FAZ). So könnte er die übrigen Großaktionäre unter Druck setzen, wenn er sein Aktienpaket Dritten anbietet.

Herden, heute und historisch. Wenn etwas zeitlos ist, dann das Herdenverhalten. Ein paar Zitate aus dem 19. Jahrhundert (A Wealth of Commonsense).

Ein Jahrhundert Kursachterbahn auf den Rohstoffmärkten. Großartige Grafiken und eine kleine Analyse zu 100 Jahren Booms und Busts auf den Rohstoffmärkten (VoxEU).

Hört jemand auf uns Ökonomen? Ja, schon (Ökonomenstimme)

Die neuen Statussymbole der Superreichen. Es geht nicht mehr um Besitz, sondern um Abenteuer (The Telegraph), könnte das Motto lauten, etwa über extrem luxuriöse Reisen.