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Aktie bricht ein

Apple wird träge

von Sebastian Schmid / 27.04.2016

Apple hat im ersten Quartal zum ersten Mal weniger iPhones als in der Vorjahresperiode verkauft. Auch beim Absatz anderer Produkte verzeichnet der kalifornische Technologiekonzern zweistellige Einbrüche.

Apple hat im abgelaufenen Quartal erstmals weniger iPhones als in der Vorjahresperiode abgesetzt und so den ersten Umsatzrückgang seit 2003 ausweisen müssen. Die Konzernerlöse brachen um 12,8 Prozent auf 50,6 Mrd. Dollar ein. Der Nettogewinn stürzte dabei um 22,5 Prozent auf 10,5 Mrd. Dollar bzw. 1,90 Dollar je Aktie ab. Von Thomson Reuters befragte Analytiker hatten im Schnitt mit 52,0 Mrd. Dollar Umsatz und 2,00 Dollar Gewinn je Aktie gerechnet.

Der für Apple schwächste Markt mit einem 26-prozentigen Umsatzeinbruch war ausgerechnet der Großraum China, der in den vergangenen Quartalen oft der bedeutendste Wachstumstreiber des US-Konzerns war. CEO Tim Cook wollte das schwache Abschneiden im Reich der Mitte allerdings nicht überbewerten. Blicke man auf das chinesische Festland, habe der Umsatzrückgang nur elf Prozent betragen – um Wechselkurseffekte bereinigt sogar nur sieben Prozent, erläuterte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Dabei gelte es, im Gedächtnis zu behalten, dass der Umsatz in der Vorjahresperiode um vier Fünftel gestiegen sei.

Laut Cook lag das unerwartet schwache Abschneiden Apples in erster Linie an den schwierigen Rahmenbedingungen: der Dollarstärke, den globalen Konjunkturproblemen und den starken Vergleichszahlen für den iPhone-Absatz aus dem Vorjahresquartal. Das Quartal ändere nichts an der Zukunft. „Die Zukunft sieht glänzend aus“, versicherte Cook, während er zugleich einen Ausblick für das laufende Vierteljahr abgab, der weit hinter den Erwartungen zurück blieb. Im Handel nach Börsenschluss kamen die US-Anleger daher auch vorerst zu einem anderen Fazit. Die Apple-Aktie verlor 8,5 Prozent auf 96,10 Dollar – den niedrigsten Kurs seit Februar.

Apple-Aktie auf Talfahrt
Apple-Aktie auf Talfahrt

Credits: Factset