APA-FOTO: HERBERT PFARRHOFER

Walkthrough

Arbeit: Wir brauchen eine Mindestsicherung der Fakten

von Lukas Sustala / 08.08.2016

Was Sie zur Situation auf dem Arbeitsmarkt und über die Zumutbarkeits-Debatte wissen sollten. Die Zukunft des ORF entscheidet sich nicht morgen, aber so langsam sollten die Weichen fürs „Neuland“ namens Digitalisierung gestellt werden. Eine Milliarde aus Italien für die Bank Austria – immerhin. Und der wichtigste Flaschenhals für schnell wachsende Start-ups made in Austria. Ein Walkthrough im Phänomen Geld.

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Der paradoxe Arbeitsmarkt. Warum können zehntausende Jobs nicht besetzt werden, wenn doch hunderttausende Menschen in Österreich arbeitslos sind? Die Frage klingt banal, ist aber gar nicht so einfach zu beantworten. Leopold Stefan und ich haben uns auf eine Spurensuche begeben. In einem Text geht es darum, wie die „Zumutbarkeit“ geregelt wird (NZZ.at). Im anderen um die Frage, wie strukturelle und konjunkturelle Arbeitslosigkeit zusammenwirken (NZZ.at). Alles in allem zeigt sich sehr wohl, dass mit strengeren Zumutbarkeitskriterien wohl mehr Arbeitslose in Beschäftigung gebracht werden können – aber das regionale Gefälle ist nur ein Teil des Arbeitsmarktproblems.

ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka hat sich am Montag erneut zu Mindestsicherung und Zumutbarkeitsbestimmungen geäußert (Ö1). Die ÖVP will, dass Arbeitslose längere Wegzeiten in die Arbeit akzeptieren und weniger wählerisch sein sollen.

Die Zukunft des ORF. Österreichs Gebührenmonopolist kämpft an allen Fronten um seine Bedeutung. Gerade deshalb kann eine Gebührenerhöhung keine Option für den neuen Generaldirektor werden, egal wer es wird (NZZ.at). Wer nicht zuerst das öffentlich-rechtliche Profil des Medienkonzerns schärft, hat kein Recht, mehr Geld von den Gebührenzahlern zu fordern.

Aktienrekord made in USA. Auch wenn die allgemeine Stimmung gar nicht so euphorisch scheint (Brexit und so): Der US-Leitindex S&P 500 ist auf einem neuen Rekordstand. Vielleicht ist der Rekord ja ein wichtiger Teil des „geldpolitischen Märchens“, das an den Finanzmärkten aktuell so oft erzählt wird (NZZ.at).

US-Leitindex S&P 500 auf neuem Rekordhoch
US-Leitindex S&P 500 auf neuem Rekordhoch
Indexentwicklung seit 1996.
Credits: Factset

Start-ups ohne Wachstumsperspektive. Um Österreich zum Gründerland zu machen, ist nicht nur eine kritische Masse an Gründern und Start-ups notwendig. Für echtes, schnelles Wachstum braucht es keine bürokratischen Förderungen, sondern Risikokapital, weiß Elisabeth Oberndorfer. Sie hat mit Moritz Plassnig von Codeship über den wohl wichtigsten Flaschenhals für Gründer und Unternehmen gesprochen (NZZ.at). Das Risikokapital für Start-ups ist einfach nicht in Österreich. Während Deutschland über einen 10-Milliarden-Euro-Risikokapitalfonds für dynamische Unternehmen nachdenkt, ist die Venture-Szene hierzulande so gut wie ausgetrocknet.

UniCredit überweist Bank Austria eine Milliarde Euro. Lange wurde gerungen, jetzt ist die Abspaltung der Osteuropaholding von der Bank Austria in Wien beschlossene Sache. Die Bedingung der Aufsicht war eine ausreichende Kapitalisierung der Wiener Bank, denn mit dem Abzug des Ostgeschäfts von Wien zur Kernmutter UniCredit nach Mailand geht auch viel Kapital mit – und in Wien bleibt das zuletzt verlustbringende Österreich-Geschäft (NZZ.at). Ende letzter Woche hat UniCredit eine Milliarde Euro nach Wien überwiesen. Tatsächlich durchleiden Österreichs Banken derzeit sehr unterschiedliche Schicksale – das Misstrauen von Investoren ist teilweise hoch, teilweise gering.

Inspirationen – Food for thought

Wer hat Angst vor den Robotern?

Was wurde aus Österreich, dem besseren Deutschland? (Ökonomenstimme)

Ein faszinierender Text über die Urbanisierung (NZZ.at).