Auch Fitch entzieht Österreich die Bestnote

von Wolfgang Rössler / 14.02.2015

Zwei der drei maßgeblichen Ratingagenturen haben Österreich die Bestnote entzogen. Nach Standard & Poor’s hat heute Nacht auch Fitch die Republik deklassiert. Ausschlaggebend ist die zu erwartende Neuverschuldung im Zuge der Hypo-Aufarbeitung. Im Finanzministerium betont man die eigene Gelassenheit.

Fitch senkte die Bonität Österreichs von der bisherigen Bestnote AAA auf AA+. Ausschlaggebend sei die massive Neuverschuldung durch die zähen Aufräumarbeiten am Bankensektor. Fitch rechnet damit, dass die Verschuldung heuer im Laufe des Jahres 89 Prozent des BIP erreichen wird. Noch vor 18 Monaten gingen die Analysten davon aus, dass ein Wert von 75 Prozent in Österreich nicht überschritten und sich die Verschuldung bis 2017 auf 70 Prozent einpendeln werde. Diese Prognose hat Fitch nun korrigiert. Das zu erwartende schwache Wirtschaftswachstum und die Russlandkrise kämen erschwerend hinzu.

Im Finanzministerium betont man Gelassenheit ob der ernüchternden Einschätzung. Man rechne durch das Downgrading nicht mit schlechteren Konditionen am Kreditmarkt. „Österreich bleibt auch in Zukunft eine der besten Adressen für Investoren“, hieß es in einer Aussendung.

Die Analysten von Fitch bemängelten den langsamen Fortschritt bei der Sanierung maroder Banken. Die Kommunalkredit Austria AG werde die Verschuldung um zwei Prozentpunkte nach oben treiben, der von Investoren angefochtene Hypo-Haircut um 0,3 Prozent. Die schwache Wirtschaftsentwicklung in Osteuropa treffe österreichische Banken härter als andere.

Als positiv streicht Fitch die Budgetlage und die niedrige Arbeitslosigkeit hervor. Den weiteren Ausblick bewerten die Analysten als stabil.