Athen und Wien im Vergleich: So einfach kommt man an rund 700 Millionen Euro

von Lukas Sustala / 15.05.2015

In unserem Wochenrückblick beschäftigen wir uns mit der kreativen Mittelbeschaffung in Finanzministerien. Im Falle Griechenlands hat Yanis Varoufakis dieser Tage mit einem Zaubertrick von sich reden machen. Zum Wochenbeginn hat Griechenland betont pünktlich 750 Millionen Euro an Schulden beim Internationalen Währungsfonds zurückgezahlt. Allerdings wurde dafür ein Reservekonto beim IWF geplündert. Diese Notmaßnahme wird aber nur kurz Linderung schaffen, denn in den kommenden Wochen stehen wieder Milliardenzahlungen an die Gläubiger Athens an:

Griechenlands finanzielle Herkulesaufgabe
Griechenlands finanzielle Herkulesaufgabe

In Österreich wiederum soll die Durchlöcherung des Bankgeheimnisses für den Kampf gegen Steuerbetrug ebenso rund 700 Millionen Euro einbringen. Dafür fällt nicht nur das Bankgeheimnis für Unternehmen, sondern weitgehend auch die Privatsphäre der Steuerzahlenden. Die Milliardenentlastung durch die Steuerreform finanzieren sich die Steuerzahlenden daher wohl selbst, und sei es nur durch den Verkauf ihrer Privatsphäre. Dafür allerdings sind 700 Millionen Euro angesichts der Milliardenkosten für Hypo und Co. eher Peanuts.

Mit diesen kleinen Summen gewinnt man in China finanzpolitisch natürlich keinen Blumentopf. Warum es ausgerechnet in einem Land mit großen Staatsbanken zu einer Kreditklemme kommen kann, erörtern wir ebenso in unserem Podcast. Das Wirtschaftsmodell des asiatischen Riesen bekommt justament zu einem Zeitpunkt, da auch innerhalb des IWF der größeren Rolle Chinas entsprochen werden soll, einige Risse.