Wall Street vs. Frankfurt: die atlantische Kluft bei den Bankgewinnen

von Lukas Sustala / 21.04.2015

Die Kluft zwischen Wall Street und europäischen Banken ist frappant. Die einen verdienen prächtig, die anderen kommen nicht vom Fleck.

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(Gazprom + EU)2. Die EU-Kommission verfolgt nun nach Google auch den russischen Gaskonzern Gazprom mit einem Kartellverfahren (FT, Paywall). Gleichzeitig dürfte in Brüssel ein Treffen des Gazprom-Chefs mit Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras auf wenig Gegenliebe stoßen (FAZ). Gerüchte von einem angeblichen Milliardenkredit des Gaslieferanten für Griechenland haben sich aber wohl zerstreut.

Wall Street, back on top. Morgan Stanley verdient wieder so viel wie zuletzt 2007 (WSJ, Paywall). Die Bank hat erst einmal mehr Umsatz gemacht als im abgelaufenen ersten Quartal. Besonders die Vermögensverwaltung und der Handel mit Wertpapieren haben den Gewinn auf 2,4 Milliarden Dollar steigen lassen.

Und dann kam Heta. Deutsche Banken stehen vor einer massiven Herausforderung. Die Bundesbank warnt lautstark, dass gerade die Großbanken kaum sichere Ertragsquellen haben und sich stärker um ihr Geschäft bemühen müssen (NZZ.at). Das ist wahrscheinlich auch der Grund, wieso der deutsche Bankensektor derart lautstark gegen die österreichische Entscheidung wettert, die Hypo-Nachfolgerin Heta unter Beteiligung der Gläubiger abzuwickeln.

Investoren wollen in den Zirkus. Bereits gestern konnten Sie an dieser Stelle über das Milliardeninvestment des Private-Equity-Investors TPG in den Cirque du Soleil lesen. Weitere Details des Zirkusdeals wollen wir daher nicht vorenthalten (qz.com). Auch das chinesische Konglomerat Fosun investiert in den Cirque du Soleil. Dahinter steht der Milliardär Guo Guangchang, der als Chinas Warren Buffett gilt und dessen Vermögen das US-Magazin Forbes auf über acht Milliarden Dollar schätzt. Mit dem Geld aus China soll der Zirkus vor allem auf dem chinesischen Markt wachsen.

QErwartung. Was kann QE, also der milliardenschwere Ankauf von Anleihen, in der Eurozone bewirken? Dieser Frage sind wir am Montagabend bei unserem Clubabend nachgegangen. Peter Mooslechner, Direktoriumsmitglied der Oesterreichischen Nationalbank, verteidigte die Maßnahme und war sogar positiv überrascht, „was die Maßnahme bereits im ersten Monat bewirkt hat“. Der Clubabend wird im Laufe des heutigen Tages bzw. morgen im Geld-Phänomen nachzuhören und nachzulesen sein.

QErwartung 2. Einstweilen können Sie in unserer ersten Ausgabe des Finanz-Podcasts nachhören, was realistischerweise von QE zu erwarten ist (NZZ.at). Alle Sparer und Sparerinnen seien mit der folgenden Grafik vorgewarnt. Die Zinsen in der Eurozone werden sehr lange sehr niedrig bleiben:

Lessons (not) learned. Fünf Jahre nach der BP-Ölkatastrophe geht die Branche immer noch hohe Risiken ein, um an neue Ölvorkommen zu kommen (FiveThrityEight).

Pleiten erreichen China. Die Kaisa Group ist der erste chinesische Immobilienentwickler, der seine Auslandsschulden nicht mehr bedienen kann (Bloomberg). 2,5 Milliarden Dollar an Schulden hat das Unternehmen. Die Frage, die sich jetzt stellt: Wer kommt als nächstes?