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Walkthrough

Bankaktien haben nach dem Stresstest den Stress

von Lukas Sustala / 01.08.2016

Nach dem Stresstest sind einige Banken unter Druck, darunter auch die Spitzeninstitute des Raiffeisen-Sektors. Was Sie sonst noch über den Stresstest wissen sollten. Ein Leben ohne Marktwirtschaft ist trist, wie Venezuela zeigt. Und warum die Löhne seit 2010 gesunken sind. Ein Walkthrough im Phänomen Geld. 

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Nach dem Stresstest ein schwacher Montag. Ein Börsensprichwort heißt ja: „Buy the rumor, sell the fact.“ Bei Gerüchten zukaufen, wenn aber Fakten geschaffen werden, verkaufen. Das gilt nicht nur für Unternehmensübernahmen, sondern offenbar auch für Stresstests. Denn am Montag – nach der Veröffentlichung der EZB-EBA-Stresstests des europäischen Bankensystems sind die Aktien der europäischen Banken um knapp zwei Prozent gefallen. Das wurde freilich von jenen Instituten in den Schatten gestellt, die bei dem Stresstest auf den hinteren Plätzen zu finden waren. Die Aktien der Raiffeisen Bank International etwa sind um 6,5 Prozent abgestürzt, aus guten Günden (NZZ.at).


Credits: Daten per 13:30

Die Sache ist freilich die, dass der schlechte Montag nach dem Stresstest nicht das ganze Bild zeichnet. In den vergangenen Monaten hat bei einigen Bankaktien ein drastischer Abverkauf stattgefunden (etwa UniCredit, Deutsche Bank), bei anderen eine relative Stabilisierung eingesetzt.

Doch insgesamt kommen Investoren aktuell zu einem anderen Schluss als die Aufseher. Europas Banken stehen keineswegs so grundsolide da, wenn Institutionen wie die Deutsche Bank oder die UniCredit an der Börse weniger wert sind als junge Start-ups wie Snapchat (NZZ.at).

Alles zum Stresstest auf NZZ.at:

→ Kommentar von Peter A. Fischer: Beruhigungsmittel statt starke Medikamente
→ Ringen um Monte dei Paschi di Siena: Bankenrettung all’italiana
→ Österreichs Banken hart geprüft
→ Schulterklopfen trotz ungelösten Problemen in Rom

Uber wird in China vom Konkurrenten übernommen. Das China-Geschäft des US-Unternehmens Uber geht im chinesischen Konkurrenten Didi Chuxing auf. Das gemeinsame Unternehmen soll 35 Milliarden Dollar wert sein. Für die traditionellen Taxifahrer ist es eine gute Nachricht, für die chinesischen Kunden dagegen eine schlechte (NZZ.at).

So sieht ein Leben ohne Marktwirtschaft aus. Venezuela wurde von den Linken weltweit als leuchtendes Beispiel für ein Leben ohne Marktwirtschaft gefeiert. Wie dieses Leben in der Praxis aussieht, ist mittlerweile klar zu sehen, wie Franz Schellhorn in seinem aktuellen Gastkommentar schreibt (NZZ.at). Der Anblick ist jedenfalls kein schöner. Als ultimativer Ausdruck des wirtschaftlichen Leids und der Knappheit soll die Inflation laut Schätzungen des Währungsfonds dieses Jahr über die Marke von 700 Prozent steigen.

Was ist bloß mit den Löhnen los? Die Löhne der Österreicher sind seit 2010 um 1,1 Prozent gesunken. Das ergab die alle vier Jahre durchgeführte Verdiensterhebung der Statistik Austria für den Zeitraum 2010 bis 2014. Wie kann es sein, dass im Land der Kollektivverträge und regelmäßigen Lohnabschlüsse über der Teuerung der durchschnittliche Österreicher weniger verdient? Kollege Leopold Stefan hat nach Antworten gesucht und sie gefunden (NZZ.at). Es geht um Teilzeit, um ausländische Arbeitskräfte und um Beamte.

Inspirationen – Food for Thought

Die Arbeitslosigkeit ist im Juli in Österreich erneut leicht zum Vorjahr gestiegen, wobei das AMS am Montag vor allem Interessantes zur Arbeitssituation von Flüchtlingen geliefert hat (AMS).

Was Ökonomen zum Brexit zu sagen haben: ein eBook (VoxEU).

Brexit bites.