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Update

BP im Sog des Ölpreiszerfalls

von Gerald Hosp / 02.02.2016

Wenn die Zahlen des britischen Energiekonzerns BP ein Vorbote für die gesamte Branche in Europa sind, dann verheißt das nichts Gutes. Der Aktienkurs von BP ging stark zurück.

In der Erdölbranche geht es nicht mehr darum, ob 2015 ein schlechtes Jahr war, sondern darum, wie schlimm es ausgefallen ist. Der britische Energiekonzern BP musste am Dienstag mit einem Reinverlust von gut 6,4 Milliarden Dollar ein dunkelrotes Ergebnis ausweisen. Der Verlust fiel gar höher aus als 2010, als das Unternehmen in hohem Maß von den Folgen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko getroffen wurde.

Der Konzern nahm wegen des Kollapses des Ölpreises größere Wertberichtigungen vor, zudem belasteten Restrukturierungskosten die Rechnung. Dabei halbierte sich der um Sondereffekte bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten – eine von Analysten bevorzugte Kennzahl – gegenüber dem Vorjahr auf 5,9 Milliarden Dollar. Im vierten Quartal betrug dieser nur 196 Millionen Dollar.

BP reagierte wie auch die anderen Erdölkonzerne mit Investitionskürzungen, Stellenabbau und Veräußerungen von Vermögenswerten. Dies wird weitergeführt. Die Investitionen sollen in diesem Jahr am unteren Rand der Bandbreite zwischen 17 und 19 Milliarden Dollar liegen, was weniger wäre als 2015. Zudem will BP in den nächsten zwei Jahren 7.000 Stellen abbauen, was rund neun Prozent der Belegschaft entspricht. Lichtblick ist der Geschäftsbereich Raffinerien und Handel, dessen Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten gegenüber dem Vorjahr um 70 Prozent zulegte. BP rechnet aber zukünftig mit niedrigeren Raffineriemargen.

BP-Aktienkurs unter Druck
BP-Aktienkurs unter Druck

Credits: Factset

Um die Aktionäre bei Laune zu halten, bleibt die Dividende bei 10 Cent je Aktie. Es stellt sich jedoch vermehrt die Frage, ob die Dividende gehalten werden kann, zumal die Nettoverschuldung zunimmt, damit die Ausschüttung bezahlt werden kann. Der Aktienkurs ging mit einem Minus von neun Prozent stark zurück.