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IWF-Währungskorb

China steigt auf, die Euro-Zone steigt ab

von Martin Lanz / 30.11.2015

Der Internationale Währungsfonds wird die chinesische Währung in den Devisenkorb seiner Reservewährung aufnehmen. Das neue Gewicht des chinesischen Renminbi geht dabei zulasten des Euros.

Der Exekutivrat des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat am Montag entschieden, den chinesischen Renminbi als fünfte Währung neben dem Dollar, dem Euro, dem Yen und dem Pfund in den Devisenkorb für das Sonderziehungsrecht (SZR) aufzunehmen. Die geschäftsführende IWF-Direktorin, Christine Lagarde, bezeichnete den Entscheid als wichtigen Meilenstein in der Integration der chinesischen Wirtschaft in das globale Finanzsystem. Er sei ein Zeichen der Anerkennung für die Reformen Chinas.

Tatsächlich hat China in der jüngeren Vergangenheit einiges unternommen, um die Kriterien einer IWF-Reservewährung zu erfüllen. Zum einen hat die internationale Verwendung des Renminbi seit 2010 stark zugenommen. Zum anderen haben die Verwalter von Währungsreserven vollen Zugang zu den chinesischen Märkten für Festverzinsliche und Devisen erhalten. Das hat zur Einschätzung geführt, dass der IWF und seine Mitglieder Renminbi-Operationen ohne grössere Hindernisse ausführen können. Das ist deshalb wichtig, weil die Aufnahme einer Währung in den SZR-Korb impliziert, dass IWF-Mitglieder in finanziellen Schwierigkeiten künftig vom IWF auch diese Währung ziehen können sollen. Nicht zuletzt hat China laut IWF wichtige Schritte in Sachen Transparenz unternommen.

Der Renminbi geht auf Kosten der anderen vier Reservewährungen mit einem Gewicht von 10,92 Prozent in den Devisenkorb ein. Am wenigsten Gewicht verliert der Dollar (von 41,9 auf 41,7 Prozent). Die zweitwichtigste Währung, der Euro, geht dagegen von 37,4 auf 30,9 Prozent zurück, der Yen von 9,4 auf 8,3 Prozent und das Pfund von 11,3 auf 8,1 Prozent. Grund für die Verschiebungen bei der Zusammensetzung des Währungskorbs sind die stärkere Gewichtung von Finanzmarktindikatoren gegenüber der Exportleistung.