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Randnotiz

Danke, Jörg! Und danke, Josef, Maria, Jean-Claude, …

Meinung / von Lukas Sustala / 17.03.2016

Am Donnerstag ist das Gebäude der Hypo-Alpe-Adria-Abwicklungseinheit Heta von Demonstranten mit einem Plakat behängt worden: Der Schriftzug „Danke Jörg! Ewig in deiner Schuld“ zierte die Zentrale in Klagenfurt.

Der Hinweis ist wenig subtil. Der ehemalige Kärntner Landeshauptmann hat die Bank mit Milliardenhaftungen groß gemacht, an die BayernLB verkauft, und am Ende musste der Steuerzahler einspringen. Gekostet hat das – defizitwirksam – bis dato knapp zehn Milliarden Euro.

Doch wer „Danke, Jörg“ sagt, sollte auch „Danke, Maria“ (Fekter), „Danke, Josef“ (Pröll) und „Danke, Wolfgang“ (Peschorn) sagen. Vielleicht auch „Danke, Jean-Claude“ (Trichet)? Denn die Hypo Alpe Adria ist durch ein Systemversagen so ein großer Haufen toxischer Wertpapiere geworden. Daran haben mitgewirkt: Aufsicht, Wirtschaftsprüfer, Generalprokuratur, Wirtschaftspolitik, Notenbank, Finanzministerium. Es wurde schlecht überwacht, schlecht verstaatlicht, schlecht verhandelt (mit dem Hypo-Eigner BayernLB). Das hat nicht zuletzt der Bericht der Griss-Kommission gezeigt. Aber der braucht schließlich auch mehr als ein Plakat, um das „Multiorganversagen“ des österreichischen Staatswesens in der Causa Hypo aufzuarbeiten.