Der Deutschen Bank droht eine Milliardenstrafe

von Lukas Sustala / 10.04.2015

Die Deutsche Bank soll 1,5 Milliarden Dollar für Zinsmanipulationen zahlen. Wer bis jetzt im Zinsskandal zahlen musste. US-Investoren setzen die Großbanken unter Renditedruck. Und Asien wird vom Boom erfasst. Ein Walkthrough im Phänomen Geld.

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Zinsskandal sucht Deutsche Bank heim. Die Deutsche Bank soll sich noch in diesem Monat mit US-Behörden und der britischen Aufsicht im Skandal um manipulierte Zinsen auf eine Strafe einigen (NYTimes). 1,5 Milliarden Dollar soll Deutschlands größte Bank für ihre Rolle bei der Manipulation des wichtigen Zinssatzes Libor, an dem die Kurse von Derivaten genauso hängen wie die Zinssätze von Krediten, zahlen. Wenn die Berichte stimmen, wäre die Deutsche Bank jenes Institut, das insgesamt die höchste Strafe im Zinsskandal zu zahlen hätte. Die EU hat der Bank bereits 725 Millionen Euro Strafe aufgebrummt, zum damaligen Kurs knapp 980 Millionen Dollar (EU-Kommission). Das wird die Diskussion anfachen, die gerade intern und mit Investoren geführt wird: Ob die Deutsche Bank zu groß und zu komplex ist (Welt).

Investoren bedrängen US-Banken. Die US-Großbank JPMorgan hat ähnliche Sorgen wie die Deutsche Bank: Zu groß, zu komplex soll sie sein. Investoren wünschen sich mehr Konzentration, damit die Eigenkapitalrendite wieder vom Fleck kommt (NZZ.at). Der angenehme Nebeneffekt schrumpfender Banken: Im neuen Eigenkapitalregelwerk von Basel III muss der Kapitalpolster dann nicht mehr so gut gefüllt sein.

Schwellenländer sorgen für Wachstumssorgen. So langsam wie seit 2009 nicht mehr sind die aufstrebenden Volkswirtschaften im ersten Quartal gewachsen (FT, Paywall). Eine Schätzung von Ökonomen bei Capital Economics geht von einem Plus von vier Prozent aus, knapp über den 3,9 Prozent im Krisenjahr 2009. Dazu passt eine aktuelle Reportage zum schlimmen Zustand der chinesischen Metall-Branche (Bloomberg). Der Internationale Währungsfonds und seine Chefin Christine Lagarde warnten am Donnerstag Abend vor der „neuen Mittelmäßigkeit“ beim globalen Wachstum (Handelsblatt). Regierungen sollten mit Reformen gegensteuern. Allein, als gelernter Österreicher kennt man die Stoßrichtung, die etwa Bundeskanzler Werner Faymann gegen das Brüsseler Spar- und Reformdiktat ausgegeben hat: Wir wollen keine Musterschüler sein.

Empfehlung für Restart. Eine Möglichkeit für Reformschritte zeigt der Industrielle und Business Angel Norbert Zimmermann auf, etwa die Förderung von Start-Ups und Unternehmensgründungen (Ö1, Saldo).

Pensionsfonds klagen über hohe Gebühren. In New York beschwert sich die zuständige Behörde über die hohen Gebühren an der Wall Street für die eigenen Pensionsfonds. Allein, dass aktive Fondsmanager und Hedgefonds hohe Gebühren für das Prinzip Hoffnung, den Markt zu schlagen, verlangen, ist keine Neuigkeit (Bloomberg).

Rückkehr des Rubels? 2014 dramatisch abgewertet, macht der Rubel nun wieder Boden gut (Die Presse).

Aktien, Anleihen, Achterbahn. Die Märkte spielen gerade verrückt, und diese Charts zeigen es (NZZ.at).

Ein Boom erfasst Asien. Der Nikkei ist über die psychologisch wichtige Marke von 20.000 Punkten gestiegen (WSJ, Paywall), in Hong Kong verzeichnet die Börse seit Tagen einen sprunghaften Aufstieg: