KEYSTONE

Rohstoffe

Der Erdölmarkt sorgt für Hoffnung

von Karl Felder / 11.03.2016

An den Rohwarenmärkten verdichten sich die Hoffnungen, nach den Preiseinbußen der letzten Monate wieder Fuß gefasst zu haben. Eine geplante Konferenz der wichtigsten Erdöl-Länder sorgt für Optimismus.

An vielen Rohwarenmärkten macht sich Hoffnung auf Licht am Ende des Tunnels bemerkbar. Nach einem schlechten Start ins Jahr 2016 haben sie sich kurzfristig offenbar gefangen. Mittlerweile ist sogar die Rede davon, dass ein neues Fundament gefunden worden sei und der große Ausverkauf vorbei sei. Tatsächlich sind die Terminmarktpreise von Erdöl, Zinn, Zink, Platin, Palladium und Bauholz seit Januar um 15 Prozent bis 46 Prozent gestiegen.

Wenn nicht alles täuscht, so ist der Funke für das „Preisfeuerwerk“ ausgerechnet vom Energiesektor ausgegangen. Kostete ein Fass Erdöl der Sorte Brent im Januartief noch etwa 26 Dollar, so ist sein Preis bis Anfang März auf bis zu 41.50 Dollar gestiegen. Bei der Sorte West Texas Intermediate (WTI) war eine ähnliche Entwicklung zu beobachten.

Warnung vor zu viel Zuversicht

Nach Angaben verschiedener Quellen ist für die Zeit vom 20. März bis zum 1. April ein Treffen der wichtigsten Erdölproduzenten inner- und außerhalb der Opec vorgesehen. Das auf russische Initiative zurückgehende Meeting soll entweder in St. Petersburg, in Doha oder in Wien stattfinden. Es sieht auf den ersten Blick so aus, als hätte sich sogar Saudi-Arabien dazu verpflichtet, dem Treffen beizuwohnen. Bedingung für Riad ist allerdings, dass alle Produzenten zusammentreffen – und dort scheint zumindest vorderhand der Hase im Pfeffer zu liegen. Denn Iran, das gerade erst die globalen Sanktionen abgeschüttelt hat, scheint nicht interessiert zu sein. Das Land gilt aber gleichzeitig als wichtiger Förderer, der seinen Marktanteil zurückgewinnen will und der nichts unversucht lässt, um dieses Ziel zu realisieren.

Mit anderen Worten: Trotz verbesserter Nachfrageaussichten und klar reduzierter amerikanischer Schieferölproduktion – sie ist auf das niedrigste Niveau seit dem November des Jahres 2014 gefallen – besteht unverändert ein großes Überangebot. Sollte sich die geplante Konferenz als Misserfolg entpuppen, dürfte die Übermenge erneut auf die Preise drücken. Beobachter sind nicht sicher, ob der im Januar verzeichnete WTI-Tiefstand von 26 Dollar je Fass dem dann erneut aufkommenden Verkaufsdruck widerstehen und halten wird.

Während der Erdölpreis nach rund 20-monatiger Talfahrt langsam den „Preisboden“ zu finden schien, legte der Goldpreis, der schon im Januar deutlich angezogen hatte, im Februar weiter zu und erreichte im März mit fast 1.280 Dollar je Feinunze, auch dank schwächerem Dollar, seinen vorläufigen Höhepunkt. Damit hatte er den höchsten Preis der vergangenen 13 Monate erreicht. Insgesamt hat der Dollar-Goldpreis seit Jahresbeginn um fast 20 Prozent zugelegt.

Weitaus wichtigster Grund für diese Entwicklung war dabei das wachsende Absicherungsbedürfnis der Investoren gegenüber allen möglichen Unwägbarkeiten. Nicht einmal die zuletzt gestiegenen Kurse an den Aktienbörsen konnten diese Entwicklung bremsen. Im Gegenteil, schließlich zeigen verschiedene Analysen, dass der Liquiditätszufluss in die globalen Gold-ETF seit Anfang Februar deutlich zugenommen hat.

Kupfer und Zink avancieren

Im Zuge der jüngst wieder erwachten Risikobereitschaft fand auch bei den Basismetallen ein gewisses Frühlingserwachen statt. Der Kupferpreis stieß an der London Metal Exchange (LME) vorübergehend auf 5.000 Dollar je Tonne vor, bei zunehmenden „long“-Positionen im Terminmarkt. Auch Zink, dessen Preis noch im Januar zurückgefallen war und mit 1.460 Dollar je Tonne den tiefsten Stand in sieben Jahren verzeichnet hatte, meldete sich zurück und erreichte Preise von bis zu 1.851 Dollar je Tonne. Seit Januar ist das Metall um bis zu 27 Prozent teurer geworden. Dazu beigetragen hat auch die Hoffnung, der neue chinesische Fünfjahrplan werde die Nachfrage schüren.

Mehr zum Thema:

Die Erdölbranche im Überlebensmodus
Die Schwarzmalerei mit dem Ölpreis
Vier Gründe, warum Öl billig bleibt