EPA/PETER DaSILVA

Walkthrough

Der rasante Aufstieg des Mark Z.

von Lukas Sustala / 28.01.2016

Heimische Unternehmen sollten sich den Wachstumsgiganten Facebook zum Vorbild nehmen. Ein „Geschenk“ für Kärnten – aber ohne Wert? Troubles bei Deutsche Bank und Bank Austria. Und der Ölpreis macht einen Sprung – nach oben. Ein Walkthrough im Phänomen Geld.

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Facebook als Vorbild. Das Soziale Netzwerk Facebook macht seinen Gründer Mark Zuckerberg aktuell sehr glücklich, denn die Geschäfte brummen (NZZ). Die starke Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Quartal hat Zuckerberg zum viertreichsten US-Amerikaner gemacht (Bloomberg). Facebook ist derzeit genau dort erfolgreich, wo das größte Wachstum ist und das große Potenzial liegt: im Markt für mobile Digitalwerbung. Allein im Dezember griffen 1.590 Millionen Nutzer auf das soziale Netzwerk zu, 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 80 Prozent des Quartalsumsatzes kamen bereits aus der mobilen Werbung, vor vier Jahren war diese Umsatzquelle noch fast gar nicht erschlossen. Das Unternehmen aus dem Silicon Valley muss für Österreich dabei als Vorbild gelten. Die Entwicklung der Marktkapitalisierung seit dem Börsengang 2012 zeigt, was alles so möglich ist. Facebook hat die gesamte Marktkapitalisierung „made in Austria“ weit hinter sich gelassen.

Ein „Geschenk“ für Kärnten. Manche Schulden sind gleicher als andere. Und so ist es auch zwischen dem Land Kärnten und dem Bund. Über einen Kredit des Bundes hat Kärnten sich ja mit 1,2 Milliarden Euro an dem Rückkaufangebot an die Heta-Gläubiger beteiligt. Doch 400 Millionen Euro müssen gar nicht zurückgezahlt werden (Die Presse). Das gilt für den Fall, dass die restlichen 800 Millionen bis 2025 bezahlt werden. Das bestätigte FPÖ-Landesrat Christian Ragger. Wenn also die Summe von 800 Millionen Euro Kapital plus Zinsen zurückgezahlt werden, „verfallen“ die 400 Millionen Euro für den Bund. Das gilt allerdings alles nur für den Fall, dass auch das Rückkaufangebot von den Heta-Gläubigern angenommen wird. Und das ist noch nicht ausgemacht (NZZ.at).

Deutsche Bank mit Milliardenverlust. Ein guter Einstand sieht anders aus: Der seit Sommer amtierende Co-Chef der Deutschen Bank, John Cryan, hat die Aktionäre an der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt um Geduld gebeten. Nach einem horriblen Jahr mit einem Verlust von 6,8 Milliarden Euro kann die Bank auch 2016 rote Zahlen nicht ausschließen (NZZ.at). Insgesamt sollen insgesamt 30.000 Stellen bei dem Geldinstitut wegfallen, zum Teil auch durch Verkäufe. Die Kosten für juristische Verfahren bleiben zudem hoch:

Angesichts der schlechten Resultate hat der Aufsichtsrat beschlossen, der Geschäftsleitung sämtliche Boni für 2015 zu streichen. Alles andere wäre den Aktionären kaum zumutbar gewesen, denn bei anderen europäischen Großbanken wächst das Gras zuletzt grüner.

Die BA, die EU und die Pensionen. Die umstrittene Übertragung von 3.300 Firmenpensionisten ins staatliche Pensionssystem stößt nicht nicht in der heimischen Politik bitter auf. Möglicherweise würde in dem Fall auch eine EU-Strafe drohen. „Da habe ich eine Begünstigung, die ich sachlich rechtfertigen muss. Und ich wüsste nicht, wie man das sachlich rechtfertigen soll“, sagte Arbeitsrechtsexperte Roland Gerlach am Donnerstag im Ö1-Mittagsjournal.

Ölpreis im Aufwind. Russland ist erstmals bereit, mit Saudiarabien über eine Kürzung der Erdölproduktion zu reden. Ein Vorschlag liegt auf dem Tisch. Auch wenn das Ergebnis offen ist, reagieren Investoren euphorisch (NZZ). Der Ölpreis dürfte aber in weiter mit der Achterbahn fahren, denn Mitglieder des Ölkartells haben die Hoffnungen Russlands auf eine konzertierte Fördersenkung relativ schnell wieder zerstreut (Bloomberg).

Setzt der Ölpreis zur Trendumkehr an?
Setzt der Ölpreis zur Trendumkehr an?
Brent-Ölpreis in $ pro Fass.
Credits: Factset

Misserfolg statt Erfolg für die EZB. Ein aktuelles Forschungspapier des österreichischen Ökonomen Fritz Breuss analysiert die Erfolgsaussichten der Staatsanleihenkäufe der Europäischen Zentralbank (ÖGFE). Das Ergebnis ist relativ ernüchternd: Die Nebenwirkungen könnten die erwünschten Effekte überwiegen: „Ob das quantitative easing-Programm der EZB in den Jahren 2015/17 im Hinblick auf die Erreichung des primären Ziels, nämlich einer Inflationsrate von 2% erfolgreich sein wird, ist eine offene Frage. Simulationen mit dem Makroweltmodell zeigen, dass die quantitative easing-Politik das Inflationsziel zwar erreichen wird – allerdings mit großer Verzögerung. Die Stimulierung der Realwirtschaft wird nicht so hoch ausfallen wie in den USA. Andere unbeabsichtigte Effekte – wie z.B. das Entstehen von Blasen auf den Aktienmärkten – sind größer als die beabsichtigten Effekte.

Inspirationen – Food for Thought

Können wir uns Grenzen leisten? (Zeit)

Die Kreditmärkte sind verrückt geworden, denn Kreditrisiken werden derzeit höchst unterschiedlich gesehen (Economist).

Was steckt hinter dem chinesischen Wirtschaftsabschwung? Der Bausektor (MarginalRevolution).

Chinas Schulden: Stark seit 2000 gestiegen.

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