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Anleger

Deutsche Bank und Credit Suisse: Totale Abkehr der aktiven Anleger

von Michael Rasch / 27.07.2016

Die Kurse von Deutscher Bank und Credit Suisse befinden sich im Rausch der Tiefe. Ein letzter Anker sind passive Investoren, die gezwungen sind, die Titel zu halten. Aktive Anleger sind geflüchtet.

Was haben die Deutsche Bank und die Credit Suisse gemeinsam? Kein Investor rührt ihre Aktien derzeit freiwillig an. Neben vielen anderen Parallelen ist auch die Kursentwicklung in den letzten Jahren und sogar Jahrzehnten seit der Kontierung auffällig: Mitte 1985 starteten beide Institute an der Börse, die Deutsche Bank bei rund 16 €, die Credit Suisse bei etwa 17 Fr. Ihren Rekordwert erzielten beide Grossbanken kurz vor dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007. Die Deutsche Bank schaffte rund 103 €, die Credit Suisse knapp 90 Fr. Seitdem geht es (fast) nur noch bergab. Anfang Juli fielen beide Titel nun jeweils auf ein Rekordtief. Die Papiere der Deutschen notierten bei € 11.22, jenen der CS blieb sogar die Peinlichkeit nicht erspart, mit Fr. 9.76 kurzzeitig in den einstelligen Bereich zu rutschen. Seitdem haben sich beide Aktien etwas erholt.

Am Mittwoch ging es dann für die Titel des Frankfurter Instituts nach der Präsentation der Zahlen für das zweite Quartal weiter in die Tiefe. Die Papiere waren in einem insgesamt positiven Marktumfeld über weite Strecken die grössten Verlierer im DAX. Aus Kreisen der Bank verlautet jüngst, dass sich aktive Investoren – also jene, die sich eine Mehrrendite durch eine Investition in die Titel versprechen – nahezu vollständig aus den Aktien der Bank verabschiedet haben. Unter den 81% institutionellen Investoren (19% Private) sind fast nur noch passive Anleger, die lediglich einen Index nachbilden. Dazu kommt der strategische Investor Katar mit einem Anteil von 6,1%. Aktive Investoren wollen erst deutliche Zeichen eines Turnarounds sehen. Vorher fassen sie die Papiere nicht mehr an. Umso wichtiger ist es für die Deutsche Bank, nicht aus bedeutenden Aktienindizes herauszufliegen, etwa dem Euro Stoxx 50. Dann würde nämlich mit den passiven Anlegern eine letzte wichtige Investorengruppen wegfallen. Die CS plagen ähnliche Sorgen – etwa im Stoxx 50.