Die Deutsche Bank baut um, die OeNB hofft auf Wachstum

von Lukas Sustala / 08.06.2015

Wandel für die Deutsche Bank. Hoffnung für die österreichische Wirtschaft. Sorgen für die Türkei. Ein Walkthrough im Phänomen Geld.

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Auf Wiedersehen, Fitschen und Jain. Das Führungsduo der Deutschen Bank verlässt diese nach nur drei turbulenten Jahren, in denen Deutschlands größtes Geldhaus unter der Suche nach einer neuen Strategie und Milliardenstrafen für Altlasten ächzte. Der Investmentbanker Anshu Jain verlässt die Deutsche Bank schon im Juni, Jürgen Fitschen bleibt noch ein Jahr. Deutschlands größtes Bankhaus bekommt mit John Cryan einen erprobten Sanierer als Vorstandsvorsitzenden, der das Geldhaus aus dem Aufsichtsrat schon kennt (NZZ.at). Doch auch er hat viele wichtige Schritte noch vor sich, denn die neue Strategie der Deutschen Bank – Sparen in der Investmentsparte, Verkauf und Schrumpfen in der Privatkundensparte – existiert bis dato hauptsächlich auf dem Papier und muss noch umgesetzt werden.

Stagnation, Aufbruch. Österreich soll die Phase des extrem geringen Wachstums hinter sich lassen, wenn es nach der Oesterreichischen Nationalbank geht (OeNB). Grund für den Optimismus der Zentralbank-Volkswirte ist der private Konsum, aber auch die Unternehmen sollen wieder investieren. Bis dato fand aber die oft angekündigte Rückkehr der Investitionslaune nicht statt.

Mehr Sicherheit, weniger Kredite? Dazu muss man auch erst abwarten, ob die höheren Kapitalerfordernisse für heimische Großbanken sich tatsächlich als besserer Airbag oder doch als Kreditbremse erweisen (NZZ.at).

Türkische Turbulenzen. Die Wahlen in der Türkei sind geschlagen und auch wenn die regierende AK-Partei von Präsident Recep Tayyip Erdoğan weiter die Nummer eins ist, hat sie einen heftigen Tiefschlag erlitten. Damit ist die Partei, die seit zwölf Jahren mit einer absoluten Mehrheit regierte, auf einen Regierungspartner angewiesen. Dass es kein klares Mandat zur Regierungsbildung gibt und auch baldige Neuwahlen ein realistisches Szenario sind, hat auf den Finanzmärkten zu einem heftigen Kursverlust der türkischen Lira geführt, zeitweise bekam man für einen US-Dollar bereits 2,8 türkische Lira (Reuters). Die Währung spiegelt dabei schon seit längerem wider, was auch in der türkischen Gesellschaft und bei Investoren als Gefahr herumgeistert: Die Wirtschaft ist aktuell sehr schwach:

Bankenstrafen: 200 Milliarden Nadelstiche. Die Gruppe der größten globalen Banken hat seit 2010 bereits mehr als 200 Milliarden Pfund an Strafen zahlen müssen. Das ist das Ergebnis einer Studie der britischen CCP Research Foundation (FT, Paywall). Die Studie umfasst 16 Großbanken und den Zeitraum bis zum Jahresende 2014. Die jüngsten Strafen, etwa für die Libor-Manipulationen der Deutschen Bank, sind also noch gar nicht dabei.

Wenn ein Angestellter zum Milliardär wird (Handelsblatt).

Wie steht es um die Reformen in Griechenland? Ein Blick auf sechs verschiedene Politikfelder, von Pensionen bis Mehrwertsteuer (Bruegel).

Bargeld weg, Freiheit weg (Wirtschaftliche Freiheit).