Die Deutsche Bank muss Buße tun

von Lukas Sustala / 24.04.2015

Die Deutsche Bank zahlt so viel für die Manipulation des Zinssatzes Libor wie kein anderes Institut. Eine Einigung, wie Kärnten künftig an den Kapitalmarkt kommt, ist zumindest auf Montag verschoben worden. Und der Tech-Leitindex Nasdaq steht auf einem Rekordhoch. Ein Walkthrough durch das Phänomen Geld.

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Tatsächlich Libor. Die Deutsche Bank hat sich in Sachen Libor mit US- und britischen Behörden geeinigt. 2,5 Milliarden Dollar zahlt Deutschlands größtes Geldhaus, um die Vorwürfe vom Tisch zu haben (NZZ.at). Auf der Habenseite steht für die Deutsche Bank, dass ihre Spitze von dem Vorwurf befreit wurde, etwa von den Machenschaften gewusst zu haben. Auf der Sollseite aber laufen noch weitere Ermittlungen der deutschen Bafin und auch die ausgefasste Strafe ist nach dem Einsteigen des US-Bankenschrecks und New Yorker Aufsehers Benjamin Lawsky die höchste, die in dem Libor-Fall verhängt wurde. Heute diskutiert der Aufsichtsrat über die künftige Strategie der Bank. Es wird wohl noch einige Wochen dauern, bis die turbulenten Wochen für Deutschlands größtes Geldhaus verklingen.

Land unter. Die Rettung Kärntens über die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur lässt noch auf sich warten. Das Bundesland braucht dieses Jahr 343 Millionen Euro, kommt aber selbst nicht mehr auf den Kapitalmarkt. Am Montag sollen die Gespräche weiter laufen, wie und ob Kärnten über die ÖBFA auf dem Kapitalmarkt Geld aufnehmen kann. Inzwischen werden auch wieder Pläne laut, dass Kärnten die ausstehenden Heta-Anleihen aufkaufen soll, ebenfalls mit Geld von der ÖBFA (Der Standard). Der Vorschlag der Finanzierung klingt durchaus bekannt (NZZ.at).

Die ÖVAG vermeldet ihren Verlust. 888 Millionen Euro Jahresverlust auf Ebene des Einzelinstituts sind die Folge von Wertberichtungen und dem geplanten Abbau der ÖVAG. Das Institut veröffentlichte heute den Konzernbericht.

Europa kommt in Fahrt?! Greg Ip versprüht viel Optimismus für die Eurozone (WSJ, Paywall). Die Geldpolitik ist höchst locker, die öffentlichen Budgets haben viele Einsparungen schon hinter sich und die Banken vergeben wieder frische Kredite. Dazu komme noch der niedrige Ölpreis. Vielleicht ist der aktuelle Optimismus für die Eurozone auch nur eine logische Konsequenz. Auf den extremen Pessimismus der Vergangenheit folgen erste positive Überraschungen für Analysten und Investoren.

Tech-Aktien haben die Dot-Com-Blase verdaut. Es hat 15 Jahre gedauert, aber die US-Technologiebörse Nasdaq hat ein neues Allzeithoch erreicht (qz). Die Techunternehmen heute sehen aber ganz anders aus als zur Jahrtausendwende, machen sie doch eher mit Rekordgewinnen als mit Luftschlössern von sich reden:

Dollar Danger, USA-Edition. Dass der starke Dollar vielen Schwellenländern stark zusetzt, ist ja bekannt. Aber der starke Dollar schmerzt zunehmend auch Corporate America. Aktuelle Unternehmenszahlen belegen, dass der hohe Wechselkurs Firmen mit einem großen Auslandsgeschäft trifft (FT, Paywall). Google hat etwa 795 Millionen Dollar weniger an Umsatz wegen der Dollarstärke gemacht, Microsoft 534 Mio. weniger.

Fusion bei Vermögensverwaltern. Unicredit und Santander bündeln ihre Vermögensverwaltungen (Bloomberg). Nach dem Zusammenschluss wird der gemeinsame Asset Manager mehr als 400 Milliarden Euro an Vermögen verwalten.

45-Milliarden-Dollar-Fusion, abgesagt. Das Fusionsfieber ist schon öfters Thema in einem Walkthrough gewesen, verlocken doch relativ schwaches Wachstum und sehr günstige Finanzmarktbedingungen zu Übernahmen. Comcast könnte nun aber die Fusion mit Time Warner Cable abblasen, weil die US-Wettbewerbshüter den Zusammenschluss sehr kritisch sehen (Bloomberg).