Die Dollar-Gefahr, der Plan des Mario Draghi und Banker-Boni auf Bewährung

von Lukas Sustala / 02.01.2015

Ich möchte ein neues Format beginnen, den Walkthrough. Es ist ein kurzer Überblick über die aktuell wichtigsten und/oder spannendsten Geschichten, die sich im Phänomen Geld ereignen. Viel Spaß beim Lesen.

Der Dollar, die Währung der USA, das Problem der anderen: Der US-Dollar hat 2014 schon kräftig gegen die meisten wichtigen Währungen aufgewertet. Im neuen Jahr geht es weiter, so ist der Euro auf den niedrigsten Stand seit 2010 gefallen. Warum das auch nur irgendwie interessant ist für Menschen, die nicht US-Touristen in Übersee sind? Der Dollar ist als globale Leitwährung für die globalen Gezeiten auf den Finanzmärkten verantwortlich. Höhere Zinsen in den USA und eine teurere Währung erschweren die Finanzierungssituation von Schuldnern weltweit, das trifft Unternehmen in Russland genauso wie den venezolanischen Staat oder thailändische Tycoons. Die Phase der Dollar-Stärke Ende der 1990er-Jahre endete etwa mit der Asien- und Russlandkrise. 2015 könnte daher ein „Year of Dollar Danger“ werden.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich fasst es so zusammen: Ein stärkerer Dollar bedeutet immer, dass die globalen geldpolitischen Zügel straffer gezogen werden:

„Kein Plan B.“ EZB-Präsident Mario Draghi hat dem Handelsblatt ein Interview gegeben. Geldpolitisch ist wenig Brisantes zu vermelden. Es gebe keine Alternative zum Euro und daher auch keine Pläne, sollte die Eurozone auseinanderbrechen. Die EZB-Juristen und -Ökonomen bereiten aktuell Staatsanleihenkäufe vor, sollte das Risiko von Deflation in der Eurozone aus Sicht der Zentralbank weiter zunehmen. Und das Risiko, dass die Inflation unter dem EZB-Ziel von zwei Prozent liegen wird, sei höher als noch vor sechs Monaten, befindet Draghi, der damit den Weg für ein milliardenschweres Kaufprogramm von Staatsanleihen ebnet. Ansonsten sagte Draghi etwas, was der gelernte Österreicher schon zur genüge kennt:

Der Dreiklang aus Reformschwäche, Bürokratie und Steuerlast behindert Europas Erholung.

Schulden nach Athen tragen. Die nächste geldpolitsiche Entscheidung der EZB am 22. Jänner wird überschattet von der Wahl in Griechenland am 25. Jänner. Die ist an den Finanzmärkten aber bis dato geräuschloser vorübergegangen als das neue Jahr. Ein Grund könnte wohl sein, dass kaum mehr privates Geld im Feuer steht, sollte Athen tatsächlich nicht mehr seine Schulden bedienen (Chart via Société Générale):

Wie werden Banker in London belohnt? Britische Banken zahlen Boni nur noch auf Bewährung

Das Jahr: Schrecklich, großartig. Dirk Elsner vom @blicklog hat eine Menge von Prognosen für 2015 zusammengetragen.

Alles neu macht die Technik? Wie Apple Pay und andere neue Zahlungstechnologien Shopping im Jahr 2015 verändern werden (Guardian)