Die Immobilienpreise in Wien fallen so stark wie seit 2003 nicht mehr. Warum das die Nationalbank beruhigt

von Lukas Sustala / 22.12.2014

Auf Blasen auf dem Immobilienmarkt folgen unvermeidlich Finanzkrisen. Auf stark steigende Werte bei Wohnimmobilien, oft getrieben durch eine Ausweitung der Hypothekenkredite, folgen Preisverfall, Pleiten und tiefe Rezession, haben Ökonomen und Historiker immer wieder gezeigt. In Österreich hat sich erst nach der großen Krise 2008 die Dynamik bei Wohnimmobilien in Gang gesetzt, angefeuert von niedrigen Zinsen und einer Flucht aus anderen Anlageformen. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat daher angefangen, einen Immobilienindex zu konstruieren, also eine Art statistischer Alarmanlage für Über- und Unterbewertungen bei Immobilien (künftig auch auf der OeNB-Seite einzusehen).

Zwischen 2008 und 2014 (3. Quartal) sind Immobilien um 41 Prozent teurer geworden. Das ist im internationalen Vergleich allerdings wenig besorgniserregend. Schließlich gab es auch eine allgemeine Teuerung, und die Preise sind im internationalen Vergleich relativ günstig geblieben. Gefahr ortet die OeNB lediglich in der Hauptstadt Wien, wo Immobilien im selben Zeitraum um 65 Prozent teurer geworden sind. Im aktuellen Update zum Immobilienmarkt stellt die OeNB aber eine „Beruhigung“ fest und einen Rückgang der Überbewertung am Wiener Immobilienmarkt. Die Preise für Wohnimmobilien sind im dritten Quartal um 2,5 Prozent gefallen, so stark wie seit 2003 nicht mehr. Im vergangenen Jahr sind die Immobilienpreise in Wien damit „nur“ um 2,2 Prozent gestiegen, das ist der langsamste Preisanstieg seit 2007.

ImmobilienpreiseWien
ImmobilienpreiseWien