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Die negativen Folgen der negativen Zinsen

von Lukas Sustala / 10.08.2016

Es ist noch gar nicht so lange her, da schienen „negative Zinsen“ ein Ding der Unmöglichkeit. Mittlerweile haben sie die Schweiz, Schweden, die Eurozone und Dänemark erfasst. Und die Konsequenzen sind nicht ganz so wie erwartet, wie das Wall Street Journal in einer längeren Analyse ausführt.

An sich sollten die Negativzinsen zum Konsum anleiten und die Sparquote senken. „Niedrigere Zinsen → niedrigere Sparneigung“ lautet der Zusammenhang in ökonomischen Textbüchern. Doch in Wirklichkeit sind die privaten Sparquoten in den vergangenen Jahren eher gestiegen, wie ein Blick auf die Zahlen der OECD zeigt.

Konsumenten nehmen die Negativzinsen also eher als „Krisensymptom“ wahr und sparen mehr, um sich vor einem möglichen Wirtschaftseinbruch zu schützen – auch wenn extrem niedrige oder gar negative Zinsen genau dieses Verhalten verhindern sollen. Ein modernes Sparparadoxon also.

Acht Jahre nach Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise zeigt sich damit, dass die Macht der Notenbanken, einfach an allen möglichen Hebeln zu ziehen, immer begrenzter wird – und negative Folgen wie Verunsicherung und Konsumverzicht sichtbarer geworden sind.


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