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Die Woche in Charts

Die Woche in 7 Charts – Draghis Geschenk und ein Paukenschlag im Banking

von Lukas Sustala / 24.10.2015

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte, also präsentieren wir die Geldwoche in sieben Charts. Von der mangelnden Profitabilität im österreichischen Banking, dem Wachstumsabschwung in China und Mario Draghis Weihnachtsvorbereitungen.

1. Paukenschlag im Banking

Die Story der Woche war die Bank Austria und der mögliche Ausverkauf der größten österreichischen Bank durch ihre Konzernmutter, die italienische UniCredit. Das Privatkunden- und KMU-Geschäft könnte an den US-Fonds Cerberus und seine Bank im österreichischen Markt, die Bawag, gehen. Das wäre angesichts der großen Konsolidierungsnöte im österreichischen Banking wohl logisch, ist angesichts der hohen Personalkosten bei der BA und der damit verbundenen geringeren Profitabilität noch keine ausgemachte Sache.

2. Chinas Abschwung

Die chinesische Volkswirtschaft wächst immer langsamer, selbst nach den offiziellen Zahlen, denen man mehr oder weniger trauen darf. Am Freitag jedenfalls hat die Zentralbank bereits mit dem sechsten Zinsschritt in elf Monaten reagiert.

3. Mario Draghis Weihnachtsvorbereitungen

EZB-Präsident Mario Draghi hat die Finanzmärkte diese Woche mit einem vorgezogenen Weihnachtsgeschenk zum Jubilieren gebracht. Er hat recht konkret in Aussicht gestellt, bereits im Dezember die Geldpolitik abermals zu lockern. Damit soll die Inflation wieder an die offizielle Zielmarke von zwei Prozent herankommen – wenn der EZB da bloß nicht die Energiepreise einen Strich durch die Rechnung machen.

4. Gewinne, made in USA

In den USA jubelten viele Börsianer aus anderen, wohl auch besseren Gründen. Zwar ist auch dort die Geldpolitik locker, doch es waren die sehr gut laufenden Geschäfte mit digitaler Werbung und Cloud Computing, die die Aktienkurse von Microsoft, Google und Amazon kräftig haben steigen lassen.

5. Freihandel in Florida

In Miami wurde in der vergangenen Woche zu TTIP verhandelt. Das EU-USA-Freihandelsabkommen ist vor allem wegen der Schiedsgerichte für Investorenklagen gegen Staaten in Österreich und Deutschland umstritten. Warum das so ist, obwohl die Länder bereits dutzende solche Klauseln mit anderen Staaten abgeschlossen haben, lesen Sie hier.

6. Österreich? Leider nein.

Investorenschutz klingt in Österreich aktuell ein bisschen unnötig, denn die jüngsten Zahlen zu den ausländischen Direktinvestitionen zeigen: Hierzulande wird aktuell sehr wenig investiert, wie die Daten zu den ausländischen Direktinvestitionen im ersten Halbjahr zeigen. Wenn, dann werden Gewinne reinvestiert, aber mehr auch nicht.

7. Wie reich und arm Europa ist

Die Europäische Zentralbank hat in einer aktuellen Studie die Auswirkungen der Finanzkrise untersucht. In welchen Ländern wurden die privaten Haushalte seit 2009 besonders stark getroffen, wo sind Vermögen gestiegen, wo gefallen? Die größte Bedeutung spielten dabei die Immobilienpreise.