APA/HERBERT PFARRHOFER

Die Woche in Charts

Die Woche in 7 Charts – Endlich stimmt die „Tendenz“

von Lukas Sustala / 31.10.2015

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte, also präsentieren wir die Geldwoche in sieben Charts. Vom „Tendenzpaket“, das Österreichs Arbeitsmarkt entlasten soll, über die vielen, vielen Banken in diesem Land bis hin zu Volkswagens schlechtem Quartal und geisterfahrenden Geldpolitikern.

1. Banken

Am Weltspartag wurden die Kunden am Bankschalter wieder einmal gefragt: Darf’s ein bisserl weniger sein? Die Sparzinsen sind jedenfalls auf einen neuen Tiefstand gefallen. Die Bankkunden sollten aber künftig mit der Gegenfrage antworten. Denn in kaum einem anderen Land gibt es so viele Bankinstitute pro Kopf und das sorgt – auch im internationalen Vergleich – für sehr hohe Kosten.

2. Arbeitsmarkt

Der Arbeitsplatzgipfel kreißte und gebar eine Maus. So könnte man das Ergebnis – laut Vizekanzler Mitterlehner ein „Tendenzpaket“ – zusammenfassen. 60.000 Jobs sollen geschaffen werden, doch das dürfte nicht ausreichen, um die großen Probleme auf dem Arbeitsmarkt spürbar zu mildern.

3. Anleihenmärkte

Die Finanzmärkte sind tiefer in den Kaninchenbau gefallen. Die Zinsen auf zweijährige Staatsanleihen erreichten ein neues Rekordtief, deutlich unter dem Gefrierpunkt. Wer bereit ist, dafür zu zahlen, sein Geld in zwei Jahren wieder zurückzubekommen, hat wohl nicht gerade den rosigsten Blick auf den Gang der Wirtschaft.

4. Zentralbanken

Für die verrückte Situation an den Anleihenmärkten sind vor allem die Notenbanker verantwortlich. Die Währungshüter in Frankfurt senden seit einer Woche Signale dafür aus, im Dezember noch expansiver zu agieren. Die US-Notenbanker hingegen könnten ebenda ihre Leitzinsen erhöhen. Geldpolitisch Geisterfahren nennt man das wohl – und es dürfte dazu führen, dass die Schwankungsfreude des Euro-Dollar-Wechselkurses hoch bleibt.

5. Investitionen

Ob aber die niedrigen Zinsen und weitere Staatsanleihenkäufe der Europäischen Zentralbank eine wichtige Konjunkturbremse lösen können, ist mehr als fraglich. Denn hierzulande investieren die Unternehmen – Minizinsen zum Trotz – seit Jahren deutlich weniger als von Ökonomen prognostiziert. Das vermasselte zuletzt die Wachstumsprognosen – und hat das Warten auf den Aufschwung zu einem Warten auf Godot gemacht.

6. Volkswagen

Ein Unternehmen, das seine Investitionen jedenfalls zurückschrauben wird, ist Volkswagen. Der Autobauer legte für das dritte Quartal tiefrote Zahlen vor. Zwar ist der Umsatz noch einigermaßen stabil, aber die effektiven Kosten des Abgasskandals lassen sich für die Wolfsburger noch nicht wirklich abschätzen. 3,5 Milliarden Euro operativer Verlust sind nur eine Zwischenetappe.

7. Opfer des Ölpreisschocks

An dieser Stelle muss natürlich auch noch ein Opfer des Ölpreisschocks verewigt werden. Denn Ölmultis wie BP haben für das dritte Quartal veritabel schlechte Zahlen vorgelegt. Für Österreich wichtiger könnte aber Russland sein, der wichtige Handelspartner schrumpft ölpreisbedingt kräftig und reagiert mit seinem jüngsten Budget auch darauf. Einige Ausgaben werden gekürzt – aber das Militär kommt trotz Ölpreisschock ohne Einsparungen davon.