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Geldwoche

Die Woche in 7 Charts – Finanzieller Zuckerschock

von Lukas Sustala / 08.11.2015

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte, also präsentieren wir die Geldwoche in sieben Charts. Die Arbeitsmärkte in den USA und Österreich scheinen nichts miteinander zu tun zu haben. Dafür sind Gewinne und Einkommen enger verbunden als vielleicht gedacht. Der VW-Abgasskandal hat sich ausgebreitet und auf dem Spielemarkt hat es eine Milliardenfusion gegeben.  

1. Arbeitslosigkeit in Österreich

Zweimal haben wir uns diese Woche intensiv mit dem Arbeitsmarkt beschäftigt. Erstens hierzulande. Denn die Oktoberzahlen zeigen erstmals wieder den saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf. Und dazu kommt, dass das Wachstum nach wie vor nicht reicht, um den Arbeitsmarkt spürbar zu entlasten.

2. Arbeitslosigkeit in den USA

Ganz anders in den USA. Dort sinkt die Arbeitslosigkeit und die Wirtschaft schafft neue Stellen. Auch abseits der guten Kerndaten scheint sich die Lage in den USA weiter zu entspannen. Das könnte durchaus ein Grund mehr sein, in den USA die Zinsen doch lieber früher als später zu erhöhen.

3. Volkswagens Abgasskandal

Beim deutschen Autobauer Volkswagen weitete sich diese Woche der Abgasskandal gleich in mehrerer Hinsicht aus. Nicht nur, dass auch andere Autotypen betroffen sein sollen, wie die Umweltbehörde EPA in den USA glaubt. Auch Benziner sollen betroffen sein, und nicht nur Stickoxid-, sondern auch CO2-Werte manipuliert worden sein. Wir haben die Abgasaffäre seit dem Ausbruch anhand des VW-Aktienkurses in einem Chart nachvollzogen.

4. Fusion auf dem Spielemarkt

Im Videospielesegment sind diese Woche die Karten neu gemischt worden. Branchengröße Activision Blizzard, bekannt durch Games wie Diablo und Call of Duty, hat sich um 5,9 Milliarden Dollar King Digital einverleibt. Was sich daraus für die Zukunft des Spielemarktes ablesen lässt, haben wir hier analysiert. In jedem Fall konsolidiert sich eine Branche, in der sich viele Unternehmen aus verschiedenen Bereichen tummeln.

5. Eine Milliarde – im Verhältnis

Die OMV hat im dritten Quartal eine Milliarde Euro abgeschrieben. Das klingt für ein österreichisches Unternehmen natürlich nach sehr viel. Aber um das wirklich sagen zu können, braucht es Kontext. Und wenn man sich etwa die Summe der Aktiva der OMV im Zeitverlauf ansieht, wirkt die Milliarde Euro nicht mehr so dramatisch. Wobei der Ölpreisverfall von 100 auf weniger als 50 Dollar je Fass natürlich Spuren bei der OMV hinterlässt.

6. Sozialstaat und Gerechtigkeit

Gerechtigkeit ist ja oft schwer festzumachen, aber der Sozialstaat versucht sie in vielen Dimensionen herzustellen. In einer Dimension aber scheinen die Wohlfahrtsstaaten zentraleuropäischer Prägung zu scheitern: Dass sie den jungen Menschen ein ähnliches Niveau an Chancengleichheit garantieren wie den Generationen vor ihnen.

7. Gewinne und Einkommen: In it together

Kollege Georg Renner hat sich diese Woche einer Twitter-Debatte angenommen. Haben sich die Gewinne von den Arbeitseinkommen abgekoppelt und ist das der Grund für die politische Entfremdung breiter Bevölkerungsschichten? Die Daten lassen solche Argumente eher nicht zu. Denn die Einkommen und die Gewinne haben sich in ihrer Gesamtheit hierzulande ziemlich parallel entwickelt.