Ein bisschen „Mission accomplished“ und viel Konfetti bei der EZB

von Lukas Sustala / 15.04.2015

Konfetti hat es heute für Mario Draghi gegeben. Allerdings nicht, um den Aufschwung zu feiern, den die im März angelaufene Milliardenflut verursacht hat. Eine feministische Aktivistin protestierte gegen die „Diktatur der EZB“ („ECB Dicktatorship“ [sic!]) und hat Konfetti auf Draghi geworfen.

Nach dem kurzen Schock hat Draghi ein erstes Resümee zum Staatsanleihenkaufprogramm („Quantitative Easing“) gezogen. Und es fiel recht positiv aus. Der EZB-Präsident hat ein deutlich helleres Bild von der europäischen Wirtschaft gezeichnet. „Es gibt eindeutige Hinweise, dass unsere Maßnahmen wirken“, sagte Draghi und fügte in dem Einleitungsstatement hinzu:

Financial market conditions and the cost of external finance for the private sector have eased considerably over the past months and borrowing conditions for firms and households have improved notably, with a pick-up in the demand for credit.

Auch unabhängige Ökonomen sehen durchaus Grund zur Freude bei der EZB. Jessica Hinds, Europa-Ökonomin bei Capital Economics in London, betont, dass sich die EZB durchaus freuen kann, dass sich die Kreditstandards für Unternehmen in der Eurozone leicht verbessert haben:

The ECB will certainly draw comfort from the fact that banks reported that they had used the additional liquidity related to the APP for granting loans and intended to continue to do so in the coming months.

Doch gleichzeitig hat der EZB-Chef betont, dass das 60-Milliarden-Euro-pro-Monat große Anleihenkaufprogramm bis September 2016 durchgezogen werden müsse, damit es seine volle Wirkung entfallen kann. Forderungen, das Programm früher zu beenden, weil an den Kapitalmärkten etwa schon negative Zinsen zu beobachten sind, hat Draghi zurückgewiesen: „Das ist wie wenn man einen Marathon läuft und schon nach einem Kilometer fragt: Wann ist es vorbei?“