Lilly Panholzer

Hypo/Heta

Ein Poker um drei Milliarden Euro

von Lukas Sustala / 23.01.2016

Es ist die Zockerei des Jahres. Bis 11. März geht es zwischen Kärnten und den Gläubigern der Skandalbank Hypo Alpe Adria um mehr als drei Milliarden Euro. Auf diese Summe sollen die Banken und Fonds verzichten, damit die Republik und Kärnten sich die Kosten für die Abwicklung der maroden Heta ersparen. Es ist ein Milliardenpoker, in dem Wien und Klagenfurt jedoch die schlechteren Karten haben.

Video: Lukas Wagner / Illustrationen: Lilly Panholzer

Beim Pokern geht es selten darum, tatsächlich die besseren Karten zu haben, sondern den Gegner davon zu überzeugen, dass dem so ist. Und so dürfen Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser und Finanzminister Hans Jörg Schelling noch hoffen. Sie bieten Investoren an, Anleihen der Pleitebank Hypo Alpe Adria – jetzt: Heta – zu einem Abschlag aufzukaufen. Drei Milliarden Euro wollen sie den Gläubigern damit abknöpfen. Mehr als 7,8 Milliarden Euro für ihre Anleihen dürften diese nicht erwarten, sagen sie, auch wenn auf den Schuldscheinen insgesamt 11 Milliarden Euro stehen. „Gläubiger, die die Angebote nicht annehmen (…) könnten bei der Abwicklung der HETA erheblich weniger erhalten“, heißt es auf Seite 23 der 106 Seiten langen „Angebotsunterlage“ des Kärntner Ausgleichszahlungsfonds an Banken, Fonds und Versicherungen in Frankfurt, London und Zürich. Die unterschwellige Drohung dieser Worte könnte sich jedoch als Bluff entpuppen.

Plan B gebe es keinen, sagt Schelling nämlich und bringt auch eine Pleite Kärntens ins Spiel, bei der die Gläubiger dann viel weniger Geld sehen könnten. Allein, es sieht nicht gut dafür aus, dass sich die Gläubiger mit dem gelegten Angebot zufriedengeben. Sie drohen, nicht von dem Tisch aufzustehen, sich nicht mit Pleiteszenarien für Kärnten aus dem Spiel „bluffen“ zu lassen. Und haben mit den Landesgarantien zumindest aus heutiger Sicht nicht die schlechtesten Karten.


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