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Podcast im Phänomen Geld

Europa kommt nicht von den Schulden runter – warum auch?

von Lukas Sustala / 09.11.2015

Drei Jahre nach der europäischen Schuldenkrise geht es mit dem Entschuldungsprozess nur sehr schleppend voran. Während sich daran wohl wenig ändern dürfte, könnte der Prozess des „Wirkungslos auf die Finger klopfens“ durch die EU-Kommission reformiert werden. Das alles wird aber von der Geldflut der EZB überschattet. Ein Podcast im Phänomen Geld mit Lukas Sustala und Bernhard Schinwald. 

Die EU-Kommission rechnet mit mehr Wachstum für die Euro-Zone. 2016 könnten die Volkswirtschaften der Gemeinschaftswährung bereits um 1,8 Prozent, 2017 dann um 1,9 Prozent wachsen, erwarten die Ökonomen in Brüssel. Alleine, die Budgetherausforderung für kommende Finanzminister bleibt enorm: Auch 2017 soll die durchschnittliche Staatsverschuldung in der Euro-Zone bei über 91 Prozent liegen. Der Anteil jener Länder, die das zentrale Maastricht-Kriterium (60 Prozent Staatsverschuldung in Prozent des BIP) erfüllen, ist überschaubar.

Doch zugleich muss wohl kaum ein Finanzminister verzagen, dass sich die hohen Schulden auch in einen hohen Budgetdruck in Form teures Schuldendienstes verwandeln. Dafür sorgt die Europäische Zentralbank, die die Zinsen nahe – und auch unter – Null hält und damit fiskalischen Spielraum verschafft. Alleine in den vergangenen zwei Jahren haben sich die langfristigen Zinsen für einige Euroländer noch einmal halbiert.