Galaxy-Note-7-Produktion eingestellt: Debakel für Samsung wird noch grösser

von Patrick Welter / 10.10.2016

Der koreanische Handyhersteller Samsung muss einen weiteren Rückschlag einstecken und stoppt seine Produktion des Galaxy Note 7 Handys. Doch die Probleme gehen über das Modell hinaus.

Das Debakel um brennende Handys weitet sich für den südkoreanischen Elektronikhersteller Samsung Electronics aus. Samsung hat nach Medienberichten die Produktion des Spitzenmodells Galaxy Note 7 zeitweise eingestellt. Zuvor waren weitere Fälle aus den Vereinigten Staaten bekannt geworden, in denen Handys des Typs auch mit schon ausgetauschtem Akku offenbar in Brand gerieten. Samsung teilte am Montag mit, dass man zeitweise die Produktionsplanung des Galaxy Note 7 anpasse, um in weiteren Schritten Qualität und Sicherheit sicherzustellen.

Im September hatte Samsung zuvor global mindestens 2,5 Mio. Handys des gerade erst vorgestellten Spitzenmodells Galaxy Note 7 zum Austausch zurückgerufen, nachdem der Akku in diversen Handys in Brand geraten war. Danach war der Austausch gut angelaufen, bis neue Berichte über brennende Handys bei schon ausgetauschtem Akku auftauchten.

Ungelegenes Timing

Amerikanische Telefongesellschaften wie AT&T oder T-Mobile haben den Verkauf des Galaxy Note 7 vorerst gestoppt. Samsung erklärte danach, man untersuche die Vorfälle weiter und werde gegebenenfalls mit der amerikanischen Verbraucherschutzbehörde CPSC geeignete Sofortmassnahmen ergreifen, sollte sich ein Sicherheitsrisiko herausstellen.

Für Samsung kommt die Produktpanne mehr als ungelegen. In den vergangen Jahren hatte der global grösste Hersteller von Smartphones durch harte Konkurrenz des iPhone-Herstellers Apple am oberen Ende der Preisskala und durch chinesische Billiganbieter am unteren Ende gelitten. Der Gewinn schrumpfte von Quartal zu Quartal. In diesem Jahr aber schien Samsung mit den beiden in Testberichten gut bewerteten Modellen Galaxy 7 und dem grösseren Galaxy Note 7 in die Erfolgsspur zurückzufinden.

Börse reagiert

Der Aktienkurs von Samsung Electronics gab am Montag in Seoul um 1,5% nach. Am Freitag hatte der Kurs nach Vorlage überraschend guter vorläufiger Geschäftszahlen für das dritte Quartal ein Rekordhoch erreicht.

Mit den neuen Vorwürfen stellt sich die Frage, wie Samsung mit dem ersten Rückruf von global mindestens 2,5 Mio. Stück umgegangen ist. Das Unternehmen hatte ursprünglich erklärt, dass die Akkus eines Herstellers defekt sein und man diesen Hersteller nicht weiter verwende. Wenn nun aber auch schon ausgetauschte Akkus in Brand geraten, dürfte das Problem tiefer liegen.