Toru Hanai / Reuters

Gemeinsame Forschung: Allianz von Toyota und Suzuki

von Patrick Welter / 12.10.2016

Die japanischen Autoriesen Toyota und Suzuki wollen zusammenarbeiten. Die Verflechtung der zwei Traditionsfirmen könnte gar noch stärker werden.

Toyota und Suzuki haben gemeinsame Zukunftspläne. Beide Unternehmen erklärten am Mittwoch in Tokio, Gespräche über eine Kooperation in Forschung und Entwicklung begonnen zu haben. Unklar blieb vorerst, in welchen Bereichen die Autobauer zusammenarbeiten wollen. Etwas diffus war von den Herausforderungen teurer neuer Informationstechnik zu hören, von gemeinsamen Industriestandards und Umweltschutz.

Konsolidierungswelle in Japan

Toyota-Präsident Akio Toyoda sagte vor Journalisten, man wolle Möglichkeiten prüfen, aber es sei nichts vorbestimmt oder entschieden. Toyoda schloss auch eine mögliche Kapitalbeteiligung nicht aus, während Osamu Suzuki, der Vorsitzende des Kleinwagenherstellers, sich dazu zurückhaltend äusserte. Er wolle darüber auf sehr langsame Art nachdenken, sagte der 86 Jahre alte Suzuki. Er betonte mehrfach, dass die Unternehmen ihre Unabhängigkeit bewahren würden. Mit Toyota und Suzuki finden zwei Traditionsunternehmen zusammen, die beide immer noch von den Gründerfamilien geleitet werden.

Als Signal der Konsolidierung in Japans Autowirtschaft beschloss Nissan Motor in diesem Jahr eine Kapitalbeteiligung an Mitsubishi Motors, nachdem Mitsubishi wegen Betrügereien bei der Abgasmessung in eine neue Krise gestürzt war.

Suzuki hatte sich erst am Jahresbeginn nach vier Jahren der juristischen Schlichtung endgültig aus einer Kooperation mit Volkswagen gelöst. Die 2009 beschlossene deutsch-japanische Zusammenarbeit einschliesslich Kapitalverflechtung war nie richtig in Gang gekommen und scheiterte wohl auch an der Starrköpfigkeit des eigenwilligen Suzuki-Patriarchen. Auch eine frühere Kooperation mit General Motors war in die Brüche gegangen. Suzuki kommentierte das mit den Worten, es habe Gelegenheiten gegeben, von anderen Autoherstellern zu lernen. Mehr sei dazu nicht zu sagen.

Suzuki in Indien stark

Suzukis grösste Stärke liegt in Indien, wo die Gesellschaft Maruti Suzuki India mit billigen Autos den Markt dominiert. In Japan konkurriert Suzuki im Bereich der Mini-Wagen mit Daihatsu Motor, das Toyota in diesem Jahr komplett übernommen hat. Daihatsu soll Toyota helfen, den Schwellenländermarkt zu beackern. Toyota hatte gerade erst bekanntgegeben, dass es dazu mit Daihatsu eine neue Firma gründen wolle.

Eine Zusammenarbeit Toyotas mit Suzuki fügt sich ein in eine Reihe von Kooperationen, die Toyota in den vergangenen Jahren unter Toyodas Führung eingegangen ist. Toyoda verspricht sich von der Offenheit für Partnerschaften neue Impulse für den Autobauer, der traditionell eher für sich werkelte. Toyota sei sich darüber bewusst, dass es vielleicht in Bezug auf Partnerschaften und Standardisierung hinter den Wettbewerbern in Amerika und Europa zurückgefallen sei, hiess es.

Toyota arbeitet mit BMW zusammen und hatte im Mai 2015 eine Technologie-Partnerschaft mit dem südjapanischen Hersteller Mazda Motor verkündet. Diese hat bisher keine greifbaren Ergebnisse gebracht. Viele Ingenieure sprächen über Möglichkeiten der Zusammenarbeit, verlautet dazu seit Monaten von Toyota und Mazda. Toyota ist in Japan zudem Mehrheitseigner des Lastwagenherstellers Hino Motors, der grösste Aktionär von Fuji Heavy Industries (Subaru) und besitzt einen Anteil an Isuzu Motors.