Grexit, Brexit und sonstige Verfallserscheinungen

von Lukas Sustala / 05.05.2015

Der Internationale Währungsfonds droht, in Athen auf die Bremse zu steigen. Nach der britischen Wahl könnte das Vereinigte Königreich Vollgas geben und die EU verlassen. In Österreich werden schamlose Privilegien kritisiert, über die sich die Fed-Chefin freuen könnte. Ein Walkthrough im Phänomen Geld.

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Griechenland in der Klemme. Während Banken die Wahrscheinlichkeit eines griechischen Euro-Austritts neu bewerten, kämpft die Regierung in Athen gegen die Zeit (NZZ.at). Nachrichten machen die Runde, dass der Internationale Währungsfonds den Druck auf die Euro-Partner erhöht und gegebenenfalls kein Geld mehr nach Griechenland überweist (Spiegel). Angesichts der Tatsache, dass das griechische Budget wieder ins Defizit gerutscht sein dürfte, müssten die Euroländer über einen Schuldenerlass nachdenken, findet man in Washington.

Wer Austritt sagt, muss auch Brexit sagen. Am Donnerstag wählen die Briten ein Unterhaus. NZZ-Korrespondent Gerald Hosp geht der Frage nach, was bei der Wahl europapolitisch von Großbritannien erwartet werden kann: Europa, Empire oder Eremit (NZZ.at). Wir gehen in unserem Podcast zudem der Frage nach, wie sich ein „Brexit“ – ein Austritt Großbritanniens aus der EU – auf die Finanzmärkte, die britischen Banken und die Wirtschaft auswirken könnte (NZZ.at).

Sozialstaatliche Schamlosigkeit. Der Sozialforscher Bernd Marin kritisiert den Solidarbeitrag bei den sogenannten Luxuspensionen als peinlich niedrig. „Schamlos hohe Gagen kann man auch schamlos hoch besteuern“, sagt der Sozialstaatsexperte (derstandard.at).

Ein namenloser OeNB-Bereichsleiter bekommt neun Millionen Rente, 330.000 Euro Pension im Jahr. Das ist mehr als das Doppelte des Aktivbezugs der brillanten US-Notenbankchefin von 146.000 Dollar.

In dem Interview geht es auch um Generationengerechtigkeit, oder das, was in Österreich darunter verstanden wird. „Meine Altersgruppe ist, gemessen an der Produktivität, völlig überzahlt“, meint der Forscher.

Der König ist tot, lang lebe der König. Pimco verwaltet nicht mehr den größten Anleihefonds der Welt. Nach dem Weggang des Fondsmanagers Bill Gross haben milliardenschwere Abflüsse beim Pimco Total Return Fund dazu geführt, dass der Indexfondsanbieter Vanguard das Zepter des „Bond King“ übernommen hat (WSJ, Paywall).

Der Ölpreis ist heiß. Der Ölpreis steigt nach dem regelrechten Zerfall im Jahr 2014 wieder. In den vergangenen drei Monaten ging es zeitweise deutlich bergauf, vom Tief im Jänner bei 47 Dollar hat sich der Rohölpreis (Marke Brent) wieder deutlich entfernt. Eine gute Nachricht für Unternehmen wie die heimische OMV oder Ölmultis wie Exxon, die angesichts des Ölpreiszerfalls bei Investitionen und Gewinnaussichten massive Einschnitte vorgenommen haben:

Warum Panzer, wenn man eine Währung hat? Der russische Rubel erobert die Ukraine (Bloomberg).

Australien kürzt den Leitzins. Die australische Notenbank hat die Leitzinsen auf ein neues Allzeittief von zwei Prozent gesenkt und reiht sich damit in die lange Liste von Notenbanken ein, die in den vergangenen Monaten darum bemüht sind, die Konjunktur zu stützen (BBC).

Wachstum kontra Stabilität. Wie viel Finanzmarkt ist zu viel, fragen Ökonomen des IWF (IMF Direct).