APA/MICHAEL WALCHER

Walkthrough

Heta lieber später?

von Lukas Sustala / 22.12.2015

Die Schulden der Hypo-Abwicklungseinheit Heta könnten später zurückgekauft werden. Wer ins All will, sollte auf Schumpeters kreative Zerstörer setzen. Und Ölpreise entlasten. Ein Walkthrough im Phänomen Geld.

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Heta lieber später? Bloomberg berichtet davon, dass das vorbereitete Rückkaufprogramm der Heta-Anleihen, mit dem sich das Land Kärnten eines Teils der Landeshaftungen entledigen will, auf die zweite Jänner-Hälfte verschoben werden könnte. Die Gründe liegen auf der Hand: Ein Rückkaufprogramm noch diese Woche würde dazu führen, dass sich die Gläubiger (Banken, Fonds und die deutsche Bad Bank sind darunter) über die Weihnachtsfeiertage mit ihren Juristen zusammensetzen müssten. Mehrkosten sind dabei wohl vorprogrammiert. Dazu kommt, dass das Angebot für einige Beobachter bereits als aussichtslos gilt: Es gilt dann als angenommen, wenn Gläubiger, die mehr als zwei Drittel der in Summe ausstehenden Heta-Schulden halten, dem Deal zustimmen. Eine Gruppe von Gläubigern, die nach eigenen Angaben über fünf Milliarden Euro der Anleihen halten, hat aber angekündigt, auf eine vollständige Rückzahlung zu drängen (NZZ.at).

Schumpeter wäre stolz. Elon Musk, der Gründer und Unternehmer hinter dem Elektroauto-Konzern Tesla und dem Raumfahrtunternehmen SpaceX, hat sich heute freuen dürfen.

Erstmals ist die Falcon-Rakete seines Unternehmens nach dem Start und der erfolgreichen Entsendung von elf Satelliten in den Orbit wieder sicher auf dem Boden gelandet. Man kann sich vorstellen, wie die Wiedernutzbarkeit von Trägerraketen die Kalkulation hinter der kommerziellen Raumfahrt verändert. Das Ende der Wegwerfraketen ist gerade auch die Folge des Kostendrucks, den private Raumfahrtanbieter mit sich bringen. Euphorisch könnte man also sagen: Die Unternehmer erobern das All (NZZ.at). Dass die angesprochenen Unternehmer aus dem „Tal der digitalen Könige“, dem Silicon Valley, kommen, versteht sich dabei ja fast von selbst (NZZ.at).

Ölpreise entlasten. Am Dienstag sind die Ölpreise zwar wieder leicht gestiegen, aber sie bleiben nahe an Tiefstständen seit vielen Jahren. Die Konsequenz: Haushaltsenergiepreise in Österreich liegen aktuell um acht Prozent niedriger als noch 2014, Heizöl ist gar um 21 Prozent billiger, Tanken ist so günstig wie seit 2009 nicht mehr (Die Presse). Die niedrigen Ölpreise wirken dabei ähnlich wie eine Steuersenkung für die Konsumenten (NZZ.at).

Die Flucht, DAS Thema. Wer noch eine Bestätigung gebraucht hat, dass der Flüchtlingsstrom 2015 DAS Thema war, hat sie heute bekommen. Die Internationale Organisation für Migration hat bestätigt, dass im ablaufenden Jahr mehr als eine Million Flüchtlinge Europa erreicht haben (NZZ). Aus wirtschaftlicher Sicht sehen Ökonomen dahinter vor allem einen Wachstumsschub (NZZ.at). Klar ist aber auch, dass die Lage auf dem österreichischen Arbeitsmarkt durch den Zustrom nicht gerade weniger prekär wird.

Mehr Eigenkapital für Österreichs Banken. Ab 1. Jänner 2016 gilt die „Kapitalpuffer-Verordnung“ der Finanzmarktaufsicht, und die Kreditinstitute müssen individuell unterschiedliche „Systemrisiko-Puffer“ einhalten. Bis zu zwei Prozent der risikogewichteten Aktiva wird den Banken mehr Kapital vorgeschrieben, das zusätzlich zum harten Kernkapitalerfordernis zu halten ist.

Free Lunch – Food for Thought

Rote gegen schwarze Busse und ein wenig Sozialismus (NZZ.at).

Auch Fintechs können sterben (Blicklog).

Wird schon schiefgehen, China-Edition.

Game over. Ein deutsches PC-Spiel ist der Hit in Griechenland – bis im Sommer die Kapitalkontrollen kamen (SZ).

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