Oliver Bunic/Bloomberg

Randnotiz

Hypo-Desaster, Folge 29

von Lukas Sustala / 21.01.2016

Die österreichische Regierung versucht in Sachen Hypo Alpe Adria hartnäckig, Murphys Gesetz wahr werden zu lassen. Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.

Die Expansion in Südosteuropa: schiefgegangen.
Die Aufsicht: schiefgegangen.
Die Verstaatlichung: schiefgegangen.
Die Abwicklung: schiefgegangen.

Nun droht auch das Schulden-Rückkaufprogramm von Kärnten und dem Bund schiefzugehen. Denn die Gläubiger pochen auf die Erfüllung ihrer Forderungen: immerhin knapp elf Milliarden Euro an mündelsicheren, weil landesgarantierten Anleihen. Also könnte der Bund sich die 3,3 Milliarden Euro, die er sich mit dem riskanten juristischen Manöver sparen wollte, aufmalen. Dass die mit dem Rückkauf betreuten Investmentbanken Citigroup und JPMorgan auch nicht umsonst arbeiten, spielt dabei nur eine Nebenrolle.

Der GAU war bei der Hypo Alpe Adria von Anfang an die Regel, und so könnte es nun auch bei der Heta-Abwicklung werden. Da muss man schon hoffen, dass die Resteverwertung der Heta-Vermögenswerte zumindest die erwünschten Milliarden einbringt.

An der konzertierten Verantwortungslosigkeit, die zum Desaster der Hypo Alpe Adria beigetragen hat, hat sich offenbar sowieso wenig geändert. Sonst würde Bundeskanzler Werner Faymann im U-Ausschuss nicht betonen, dass er ja kein Herzchirurg sei – und ebenso wenig ein Bankexperte. Das hat der Steuerzahler mittlerweile ja mitbekommen.

Im Vordergrund müsste jetzt stehen, nicht mit immer neuen Manövern in eine selbstzerstörerische Dauerschleife zu fallen. Denn durch wilde juristische Tricks nimmt irgendwann auch das Vertrauen von Investoren in dieses Land Schaden. Was Edward Murphy wohl erst wieder Recht geben würde.