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Ländervergleich

Innovativste Volkswirtschaft: Die Schweiz erfindet sich ständig neu

von Thomas Fuster / 16.08.2016

Die Schweiz verteidigt ihren Ruf als weltweit innovativste Volkswirtschaft. Die Konkurrenz rückt aber näher, zusehends auch aus östlicher Richtung.

Natürliche Rohstoffe sind in der Schweiz zwar nur in knapper Zahl vorhanden. Zumindest über Innovation verfügt das kleine Binnenland aber in beeindruckendem Mass. In der jüngsten Rangliste des Global-Innovation-Indexes (GII) steht die Schweiz einmal mehr ganz oben, und zwar im sechsten Jahr in Folge. Der gemeinsam von der World Intellectual Property Organization (Wipo), dem Insead und der Cornell University herausgegebene Index untersucht 128 Länder anhand von 82 Indikatoren, die sowohl den für Innovationen nötigen Input (etwa Gelder und Personal) als auch den damit erzielten Output (also konkrete Neukreationen) zu messen versuchen.

Es fällt auf, dass von den 25 innovativsten Ländern 15 in Europa liegen. Hinter der Schweiz finden sich die beiden Nicht-Euro-Staaten Schweden und Grossbritannien, ehe mit den USA das erste aussereuropäische Land folgt. Ebenfalls in den Top 10 liegen Finnland (5.), Irland (7.), Dänemark (8.), die Niederlande (9.) und Deutschland (10.). Gegenüber diesen Staaten vermag sich die Schweiz mit grosser Ausgeglichenheit abzuheben. In allen Sammelindizes – ausser Infrastruktur – liegt sie unter den besten zehn. Und von diesen zehn Ländern weist die Schweiz zudem die höchste Effizienz aus – der geleistete Input generiert also relativ viel Output.

Ausruhen kann sich die Schweiz auf diesem Resultat aber nicht. Zum einen ist erstmals seit sechs Jahren der Abstand zur globalen Nummer zwei geschmolzen. Zum andern hat sich mit China neu ein Land mit mittlerem Einkommen unter die besten 25 Länder einreihen können. Für die Autoren der Studie wird sich dieser Trend fortsetzen. So wandert die Innovation immer stärker ostwärts. Die vermeintlichen Werkbänke Asiens entwickeln sich immer stärker auch zu Denkfabriken; das gilt auch für Indien, das sich vom 81. auf den 66. Platz verbesserte. Dem Wettbewerb und der globalen Schaffenskraft kann dies nur förderlich sein.