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Walkthrough

Jetzt müssen Trump und Kern liefern

von Lukas Sustala / vor 6 Tagen

Eine alte Börsenweisheit besagt „Buy the rumour, sell the fact“. Man soll bei den positiven Gerüchten kaufen, und verkaufen, wenn etwas offiziell wird. Geht man danach, dann könnte 2017 ein schlechtes Jahr für den US-Aktienmarkt werden. Viel wurde versprochen, Steuerentlastungen, Investitionspakete, Neuverhandlungen von Freihandelsabkommen. In Österreich hat Christian Kern mit seiner Ankündigung eines „New Deal“ für so manchen Hoffnungsschimmer gesorgt. Den österreichischen Aktienmarkt hat dieser bis dato sowieso ziemlich kalt gelassen. Die Chance für positive Überraschungen wäre also noch intakt.

#WoraufWarten. Der New Deal für Österreich (NZZ.at). Bundeskanzler Christian Kern wird heute jenes Programm präsentieren, das eigentlich schon im Herbst auf der politischen Agenda stand – damals machte die Bundespräsidentenwahl einen Strich durch die Regierungsrechnung. Jetzt aber will Kern den Neuen Deal für Österreich präsentieren. Das Motto lautet #WoraufWarten. Ein durchaus gewagter Slogan, wenn man bedenkt, dass die SPÖ nun schon seit 10 Jahren den Bundeskanzler stellt (NZZ.at). Vielleicht geht es aber doch bloß um eine Inszenierung? (Die Presse) Das wäre in vielerlei Hinsicht schade, denn die Herausforderungen für Österreich sind nicht inszeniert, sondern real, etwa auf dem Arbeitsmarkt und beim Thema Arbeitszeitflexibilisierung:

Die Geister, die Trump rief. Doch nicht nur die Kern-Regierung hat zu liefern. Auch Donald Trumps Regierungsteam muss nach den vollmundigen Versprechen des Wahlkampfs („Make America Great Again“) liefern. Donald Trump wird ebenso heute eine Pressekonferenz halten. Spannend könnte sein, ob die Welle der Euphorie an den Finanzmärkten, die die Regierung Trump bis dato ausgelöst hat, abebbt oder weiterrollen wird. Denn nach wie vor ist alles andere als gewiss, wie genau das wirtschaftspolitische Programm Trumps aussehen wird und ob es tatsächlich die „Animal Spirits“, die Wachstumskräfte in der Wirtschaft, wieder erwecken kann. An der Börse jedenfalls sind die „Geister“ schon erweckt, die Kurse auf Rekordniveaus. „Von daher dürfte kaum verwundern, dass Händler und Anlagestrategen zunehmen von ,mulmigen Gefühlen‘ reden, wenn sie die von der Trump-Wahl ausgelöste Kurshausse an der Wall Street und in der Folge weltweit betrachten.“

Das feudale Niederösterreich. 1,35 Millionen Euro Steuergeld für eine Privatstiftung von Erwin Pröll. Was der Falter da für eine Exklusivgeschichte aus dem ÖVP-Kernland liefert, ist ein Beispiel für das strukturelle Problem intransparenter Fördermittel und Steuerflüsse (Falter). Niederösterreich, ein notorisches Paradies für (intransparente) Förderungen, ist dabei kein unbedingt überraschender Schauplatz für den Selbstbedienungsladen Staat, wie Georg Renner schreibt (NZZ.at). Die Intransparenz ist Teil des Systems. Man kann also nur festhalten: Das. Geht. Zu. Weit. (Die Substanz).

Volkswagen zahlt 4,3 Milliarden Dollar. Die Autobranche ist derzeit aus mehreren Gründen unter Druck: Donald Trumps protektionistische Tweets sorgen dafür, dass Investitionspläne politisch thematisiert werden, E-Mobilität stellt viele Autobauer vor neue Herausforderungen, und die Abgasaffäre, die bei Volkswagen ihren Ursprung hat, zieht die Zukunft des Diesels in Zweifel. Volkswagen jedenfalls muss nun wohl 4,3 Milliarden Dollar in den USA zahlen, um eine strafrechtliche Untersuchung mit einem Vergleich beizulegen (Bloomberg). Insgesamt, so warnt der Konzern, könnten die Kosten mehr als die bereits rückgestellten 18,2 Milliarden Euro ausmachen (NZZ). Seit dem Ausbruch des Dieselskandals hat der Marktwert von Deutschlands größtem Autobauer massiv gelitten. Dass der Diesel an Bedeutung verlieren soll, gilt unter den Managern von Autokonzernen als ausgemachte Sache.

Inspirationen – Food for thought

Wer den New Deal braucht. (NZZ.at)

Generationenungerechtigkeit, made in UK.