Videokommentar

Kern hat viel zu tun, sehr viel sogar

von Lukas Sustala / 15.05.2016

Christian Kern wird der neue Bundeskanzler und SPÖ-Parteichef. Große Hoffnungen für den Wirtschaftsstandort knüpfen sich an die Ernennung eines Managers für das höchste politische Amt der Republik. Ein Videokommentar zu den Herausforderungen. 

Eines vorweg: Christian Kern hat einiges zu tun. Österreichs Volkswirtschaft ist seit 2008 weitgehend stagniert. Bloß um ein halbes Prozent pro Jahr legte die Wirtschaftsleistung zu, langsamer als etwa in Deutschland.

Dazu kommt, dass die Bevölkerung in Österreich zugleich deutlich stärker gewachsen ist als etwa in Deutschland. So stagnierte oder sank der Wohlstand, was sich etwa an den gesunkenen Haushaltseinkommen ablesen lässt. Das ist noch keine dramatische Entwicklung, könnte man meinen. Schließlich ist Österreich gemessen am BIP pro Kopf nach wie vor eines der reichsten Länder der Welt und etwa auch wohlhabender als Deutschland.

Doch eine Regierung, die sich den „Neustart“ auf die Fahnen schreibt, sollte genau dort ansetzen. Um Österreichs Wohlstand langfristig zu steigern, braucht es vor allem Zukunftsinvestitionen, eine Bildungsreform und Anreize für Unternehmertum. Ganz sicher hingegen kein großkoalitionäres Hickhack.


Mehr zum Thema:

Ein „Mann der Wirtschaft“: Christian Kern und ein großes Missverständnis