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Spitzenverdiener in der Finanzbranche

Mehr hochbezahlte Banker in der EU

von Gerald Hosp / 31.03.2016
In Europa ist die Zahl der Banker, die mit mehr als einer Million Euro entlohnt werden, deutlich gestiegen. Die meisten dieser Spitzenverdiener arbeiten in Großbritannien.

Die Zahl der Personen in der Finanzbranche, die in der EU mehr als eine Million Euro verdienen, hat im Jahr 2014 gegenüber der Vorperiode stark zugenommen. Laut Zahlen der in London ansässigen Europäischen Bankenaufsicht (EBA) stieg die Anzahl der Banker mit hoher Vergütung von 3178 auf 3865. Davon arbeiteten 2926 in Großbritannien, wo der Anstieg im Vergleich mit dem Vorjahr 40% betrug. Dies ist aber vor allem auf die Wechselkursverschiebungen zwischen Pfund und Euro zurückzuführen. Wenn dies herausgerechnet wird, beläuft sich der Zuwachs im Vereinigten Königreich nur auf 16%.

In Deutschland fiel die Zahl der Spitzenverdiener von 397 auf 242. Der Hauptgrund dafür ist ebenfalls der Wechselkurs. Viele der in Deutschland hochbezahlten Banker sind bei Töchtern britischer Institute angestellt. Von 2013 auf 2014 hat sich zudem das durchschnittliche Verhältnis von variabler zu fester Vergütung von 317% auf 127% reduziert. Dies hängt mit der seit 2014 geltenden EU-Vorschrift zusammen, dass die variable Vergütung nicht höher sein darf als das fixe Jahresgehalt. Die Aktionäre oder Eigentümer können jedoch einen Aufschlag von maximal 200% zum Fixgehalt bewilligen. Viele, vor allem britische, Banken weiteten jedoch die Auszahlung von Zulagen aus, die zum Fixgehalt gerechnet wurden. Die EBA stellte jedoch klar, dass dies nicht zulässig sei.

In Großbritannien und Frankreich sind zudem kleinere Institute von der Boni-Deckelung ausgenommen. Die EU-Kommission stellt außerdem die Deckelung wieder auf den Prüfstand, weil einige nationale Aufsichtsbehörden, besonders die britische, die Regelung beanstandet haben, weil sie die Anreize für Banker verzerren würde.