Reuters / Heinz-Peter Bader

Resultate des EU-Bankenstresstests

Österreichs Banken hart geprüft

von Matthias Benz / 29.07.2016

Während sich die Erste Group noch im Mittelfeld platziert, befindet sich die Raiffeisen Zentralbank am Ranglistenende des EU-Bankenstresstests. Die Finanzinstitute in Ungarn und Polen schneiden besser ab als die österreichischen Banken.

Die österreichischen Banken sind beim Stresstest besonders „gestresst“ worden. Wie es in hiesigen Bankenkreisen hieß, sei man härter geprüft worden als etwa die südeuropäischen Kollegen. Das liegt vor allem am starken Engagement in Osteuropa. Die Raiffeisen Bank International (RBI) und die Erste Group sind die größten in Osteuropa tätigen Institute – neben der UniCredit-Tochter Bank Austria, deren Osteuropageschäft aber bald nach Mailand umgesiedelt werden soll. Für Osteuropa wurden im Stresstest besonders starke Verwerfungen in der Realwirtschaft, bei Wechselkursen und bei Kreditausfällen angenommen.

Raiffeisen mit Problemen

Im Stresstest hat besonders die RBI (bzw. deren Mutter Raiffeisen Zentralbank RZB) schlecht abgeschnitten. Sie gehört zu den Schlusslichtern unter den 51 europaweit geprüften Banken. Demnach fällt im Stressszenario die harte Eigenkapitalquote auf 6,1 Prozent (von 10,2 Prozent per Ende 2015).

Das Ergebnis ist allerdings keine Überraschung. Dass die RBI ihre Kapitalbasis stärken muss, ist bekannt. Die Bank arbeitet bereits seit längerem mit einem umfassenden Umbauprogramm daran. So werden die risikogewichteten Aktiva reduziert oder Beteiligungen – jüngst etwa am Versicherer UNIQA – zur Eigenkapitalstärkung verkauft.

Besser hat die solider dastehende Erste Group abgeschnitten. Sie liegt im Durchschnitt der geprüften Banken. Ihr hartes Eigenkapital schrumpft im Stressszenario auf 8,2 Prozent (von 12,3 Prozent per Ende 2015).

Bessere Resultate in Ungarn und Polen

Noch krisenresistenter präsentierten sich die einzigen zwei geprüften Banken aus den Visegrad-Ländern. Die ungarische OTP rangiert im europäischen Mittelfeld (Rückgang des harten Eigenkapitals von 13,4 Prozent auf 9,2 Prozent). Die polnische PKO wäre laut dem Stresstest selbst in einem Krisenfall relativ komfortabel kapitalisiert (Rückgang von 13,3 Prozent auf 11,4 Prozent).