Stefano Rellandini / Reuters

Credit Suisse

Quartalszahlen: Credit Suisse wieder mit Gewinn

von Daniel Imwinkelried / 28.07.2016

Anders als erwartet hat die Grossbank im zweiten Quartal einen Gewinn erzielt. Zurückzuführen ist er auf gestopfte Verlustlöcher im Investment-Banking.

Bei der Credit Suisse gibt man sich mittlerweile – wie bei anderen Finanzinstituten – mit wenig zufrieden. Das Gros der Analytiker hatte damit gerechnet, dass Altlasten im Handelsbereich der Bank zum dritten Mal in Folge einen Quartalsverlust einbringen würden. Nun hat die Gruppe aber in den Monaten April bis Juni einen Vorsteuergewinn von 199 Mio. Fr. erzielt. Für das erste Halbjahr steht allerdings ein Verlust von 285 Mio. Fr. zu Buche.

Wieder Gewinne im Investment-Banking

Im zweiten Quartal gelang es dem Bank-Management, diverse Verlustlöcher zu stopfen. Während in den ersten drei Monaten des Jahres noch die beiden Investment-Banking-Sparten und die Abwicklungseinheit (SRU) einen Vorsteuerverlust von fast 1,4 Mrd. Fr. erlitten, haben die beiden erstgenannten Sparten nun wieder Gewinne erzielt. Im Fall der Einheit Global Markets, in der die Handelsaktivitäten gebündelt sind, betrug dieser 154 Mio. Fr. Hier hatten Abschreibungen auf Kreditprodukten und Restrukturierungskosten im ersten Quartal noch zu einem Minus von 635 Mio. Fr. geführt. Die eigentliche Investment-Banking-Einheit (IBCM), die unter anderem für Wertpapieremissionen zuständig ist, brachte es auf einen Gewinn von 135 Mio. Fr.

Schweizer Geschäft als Anker

Solide stehen die Einheiten da, die im Geschäft mit Privatkunden tätig sind. Den stabilsten Eindruck macht dabei weiterhin die Swiss Universal Bank, also die einheimische Retailbank. Mit einem Vorsteuergewinn von 453 Mio. Fr. erreichte sie zwar nicht ganz das Resultat des Vorjahres (-3%). Sie schnitt aber besser ab als in den ersten drei Monaten der laufenden Periode.

Rückläufig war das Ergebnis der Einheit Asia-Pacific, wobei hier beispielsweise die Einnahmen der Untereinheit Private Banking trotz dem als schwierig geltenden Umfeld zunahmen. Bei der Einheit International Wealth Management, also in der internationalen Vermögensverwaltung, lag der Gewinn bei 245 Mio. Fr. Im Vergleich mit dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang von 10%. Verhältnismässig hoch war die Zunahme der verwalteten Vermögen. Die drei genannten Sparten zogen netto Neugeld von 11,3 Mrd. Fr.

Besser kapitalisiert

Leicht verbessert hat sich auch die Kapitalausstattung der Credit Suisse. Die gewichtete Quote verbesserte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 11,8%. Solche Fortschritte sind für die Bank wichtig, damit nicht ständig Diskussionen zur Kapitalstärke aufflammen.