Schlussstrich unter Lehman-Brothers-Fall

von Claudia Aebersold Szalay / 11.02.2015

Die deutsche Bundesbank erhält tatsächlich die gesamten Forderungen aus der Lehman-Pleite für die deutsche Tochter zurück. Es geht um 8,5 Milliarden Euro.

Kaum einer hätte es 2008 für möglich gehalten, dass das Euro-System eines Tages ohne jeglichen Verlust aus der Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers kommen würde. Doch so ist es nun, sechseinhalb Jahre später, gekommen: Wie die Deutsche Bundesbank am Dienstag mitteilte, hat sie als Verwalterin der Sicherheiten der deutschen Lehman-Tochter beim Euro-System die gesamte Forderung von 8,5 Milliarden Euro  zurückerhalten.

Lehman hatte bei den geldpolitischen Operationen des Euro-Systems (EZB plus Notenbanken der Währungsunion) vor allem komplexe Asset-Backed Securities als Sicherheiten hinterlegt. Nach der Insolvenz der Bank mussten diese Pfänder veräußert werden, um die noch ausstehenden und nicht zurückbezahlten Kredite der Bank auszugleichen.

Euro-System ohne Verluste

Die Bundesbank, die mit der operativen Durchführung der Verwertung der komplexen Wertpapiere beauftragt worden war, hatte sich dafür viel Zeit gelassen. Ohne Hast und dank zuträglicher Marktentwicklungen ist es ihr schließlich gelungen, die gesamten Forderungen einzutreiben.

Bereits 2012 hatte die Bundesbank durch Verkäufe und Zinseinnahmen 7,4 Milliarden Euro der Gesamtforderung erlöst. Rund 1,9 Milliarden flossen ihr danach noch aus den Insolvenzverfahren der deutschen Tochter und der US-Mutter selbst zu. Aus dem amerikanischen Verfahren erhielt sie 0,5 Milliarden, aus dem deutschen rund 1,4 Milliarden. Somit wurden auch die Zinsen und die Kosten für die Verwertung in Höhe von insgesamt rund 800 Millionen Euro abgegolten.

Der größte bisherige Ausfall einer Gegenpartei des Euro-Systems ist somit glimpflich ausgegangen und muss als gutes Zeugnis für sein Pfandsystem gesehen werden.