Hedge-Funds

Schrumpfkur für die „2+20“-Formel

von Michael Ferber / 29.09.2016

Grossinvestoren wie Pensionsfonds ziehen sich aus Hedge-Funds zurück. Die Gebühren der wenig regulierten Anlagen sind ihnen angesichts der ultraniedrigen Zinsen zu hoch.

Es sei härter denn je, ein Hedge-Fund-Investor zu sein, hat der 84-jährige Branchen-Pionier Julian Robertson jüngst an einem Anlass des Datenanbieters Bloomberg gesagt. Robertson wurde mit seinem 1980 gegründeten Hedge-Fund Tiger Management bekannt. In der Tat haben in den vergangenen Monaten einige Grossanleger öffentlichkeitswirksam angekündigt, ihre Anlagen in Hedge-Funds zu reduzieren oder gar ganz aus ihren Anlagen in die Fonds auszusteigen. Dazu zählen Pensionsfonds in New Jersey, New York und Kalifornien, aber auch in Europa. Auf den ersten Blick erscheint dies ein Widerspruch – schliesslich liegen „alternative Anlagen“ wie Hedge-Funds, Private Equity oder Infrastruktur wegen der ultraniedrigen Zinsen ja im Trend, da die Investoren händeringend auf der Suche nach Rendite-Quellen sind. Auch als Absicherung gegen einen Crash am Aktienmarkt könnten Hedge-Funds dienen. Die Fonds sind wenig reguliert, können frei agieren und auch dann Gewinne erzielen, wenn die Kurse an den Börsen fallen.

Doch in der Praxis leiden auch Hedge-Funds unter den extrem niedrigen Zinsen. So kündigte der dänische Pensionsfonds PFA im August an, die Vermögensanlage wegen der ultraniedrigen Renditen stärker in die eigene Hand zu nehmen und auf „Zwischenhändler“ wie Hedge-Funds zu verzichten. Die Investoren sind immer weniger bereit, die hohen Hedge-Fund-Gebühren zu bezahlen. Diese waren unter der Kurzform „2+20“ bekannt: Zu einer jährlichen Verwaltungsgebühr von 2% kommt eine Performance-Gebühr von 20% auf die erzielten Gewinne der Fonds hinzu. Diese Formel ist laut der Branchenorganisation HFR bei den Hedge-Funds im Durchschnitt auf „1,5 + 17,6“ geschrumpft. Im derzeitigen Umfeld dürfte dies vielen Investoren immer noch zu teuer sein – zumal die Performance bei vielen Fonds in der Vergangenheit nicht gestimmt hat.