Schweiz führt Negativzinsen ein

von Lukas Sustala / 18.12.2014

Zinsende statt Zinswende lautet aktuell das Motto westlicher Zentralbanken. Die Schweizerische Nationalbank hat am Donnerstag Negativzinsen für Banken eingeführt (hier die Aussendung der SNB inklusive Markierungen). Das Zielband für den Schweizer Leitzins, den drei-Monats-Libor Libor, wird auf -0,75 und 0,25 Prozent abgesenkt, Guthaben bei der SNB über einem Freibetrag von 10 Millionen Franken mit 0,25 Prozent belastet.

In der Begründung der Schweizerischen Nationalbank für den Schritt findet sich auch der folgende Satz: „In den letzten Tagen haben verschiedene Faktoren zu einer stärkeren Nachfrage nach sicheren Anlagen geführt.“ Die SNB wolle nun offenbar mit der neuen überraschenden Maßnahme versuchen, den Mindestkurs des Franken gegen den Euro bei 1,20 zu fixieren. Die massive Kapitalflucht aus Russland in sichere Häfen hat offenbar auch den Schweizer Finanzmarkt erreicht und die jüngste Maßnahme nötig gemacht. Die Maßnahme solle die Flucht in den Franken weniger attraktiv für Investoren machen, so die SNB. Die Negativzinsen gelten ab 22. Jänner. Die Europäische Zentralbank hat schon im Juni negative Einlagenzinsen für Banken eingeführt. Hier sind die Gründe aber andere gewesen, denn die EZB will damit die Kreditvergabe im Euroraum fördern.