SNB schwächt den Franken: Gut zehn Milliarden gegen den Brexit

von Peter A. Fischer / 04.07.2016

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) stemmt sich gegen eine Flucht in den Franken. Diese ist bisher relativ verhalten ausgefallen, doch die SNB hat wegen des Brexit-Votums mit Milliarden interveniert.

Fliehen ausländische Anleger in den Franken oder ziehen sich inländische aus Devisenanlagen zurück, so führt dies dazu, dass der Franken stärker wird. Die Nationalbank hält diesen sowieso schon für deutlich überbewertet und ist deshalb bereit, „bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren“, wie sie immer wieder festgehalten hat. Zur genauen Art und dem tatsächlichen Ausmaß dieser Interventionen äußert sie sich nicht, doch lassen die wöchentlich veröffentlichten Statistiken über die Entwicklung der Girokonten bei der SNB ziemlich genaue Schlüsse zu. Kauft die SNB nämlich Devisen, so erhöhen sich im Gegenzug die Sichtguthaben der an den dazu notwendigen Transaktionen beteiligten Finanzinstitute.

Die am Montag veröffentlichte neueste Statistik zeigt, dass die SNB um das Brexit-Votum der Briten herum insgesamt wohl knapp zweistellige Milliardenbeträge aufgewendet hat, um sich gegen eine weitere Frankenstärke zu stemmen. Laut den neuesten Angaben beliefen sich die Sichtguthaben der in- und ausländischen Banken im Durchschnitt der letzten Woche auf 507,5 Milliarden Franken Das sind 6,3 Milliarden Franken mehr als eine Woche zuvor und 11,1 Milliarden Franken mehr als in der Woche zum 17. Juni.

Die Statistik zur Entwicklung der Girokonten zeigt auch, dass die SNB trotz der Aufgabe des Mindestkurses weiterhin ihre Bilanz recht intensiv einsetzt, um sich gegen die Frankenstärke zu stemmen. So haben sich mit den Brexit-Interventionen die Sichtguthaben seit Anfang Jahr um 33 Milliarden Franken oder 7 Prozent erhöht – ein großer Teil davon dürfte auf Devisenmarktinterventionen der SNB zurückzuführen sein.