So baut Raiffeisen sein Osteuropa-Netz ab

von Lukas Sustala / 10.02.2015

Das Management der Raiffeisen Bank International hat am Montag nach Börsenschluss die Amputation verschiedener Bereiche der Osteuropabank angekündigt. Bis Ende 2017 will die RBI 26 Milliarden Euro an risikogewichteten Assets (RWAGemäß des Regelwerks Basel III bewerten Banken ihre Forderungen und Wertpapiere nach ihren Risiken. Papiere mit hohem Risiko müssen dabei mit mehr Kapital unterlegt sein als sichere Papiere.) abbauen, um ihre Kapitalposition zu stärken. Dafür zieht sich die Bank aus Asien und den USA zurück und verkauft die Einheiten in Polen und Slowenien, sowie die slowakische Direktbank Zuno.

Der Geschäftsbereich in Russland soll um 20 Prozent, derjenige in der Ukraine noch um weitere 30 Prozent reduziert werden. Das Geschäftsmodell der Tochterbank in Ungarn wird auf den Prüfstand gestellt (was die Erste Group nun hinter sich hat). Das folgende Chart zeigt, in welchen Ländern die Raiffeisen Bank International den Stecker zieht, wo noch weiter geschrumpft wird und wie die RBI aktuell aufgestellt ist. Es ist eindrucksvoll zu sehen, wie sehr das Raiffeisen-Netzwerk bis 2017 aufgeknüpft wird:

RaiffeisenStruktur_artikel
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(Eine erste Version des Charts hat die Slowakei als blau für Abbau/Überprüfung angezeigt, wegen der Direktbank Zuno. Allerdings gehört die Slowakei zu den definierten Kernmärkten von RBI. Die kleine Einheit Zuno, die in der Slowakei und Tschechien tätig ist, wird nicht wegen eines Rückzugs aus dem Markt verkauft.)